Die private Lagerung von Kraftstoffen wie Benzin und Diesel zu Hause ist ein Thema, das viele Hausbesitzer und Hobbyisten betrifft. Doch gerade hier lauern potenzielle Gefahren und rechtliche Fallstricke. Um sowohl Ihre Sicherheit als auch die Einhaltung der Gesetze zu gewährleisten, ist es unerlässlich, die genauen Vorschriften zu kennen. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte der Kraftstofflagerung in Deutschland, damit Sie böse Überraschungen vermeiden.
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Die private Kraftstofflagerung in Deutschland ist streng reguliert Mengen, Orte und Behälter sind entscheidend
- Benzin darf in Kleingaragen maximal 20 Liter gelagert werden; in Kellern ist es meist verboten oder auf 1 Liter beschränkt, in Wohnungen gänzlich untersagt.
- Für Diesel sind in Garagen bis zu 200 Liter erlaubt, im Keller bis zu 20 Liter unter bestimmten Bedingungen.
- Kraftstoffe müssen in speziellen, UN-zugelassenen, bruchsicheren und dicht verschlossenen Behältern gelagert werden, die klar gekennzeichnet sind.
- Der Lagerort muss gut belüftet sein, frei von Zündquellen und vor direkter Sonneneinstrahlung sowie Hitze geschützt werden.
- Unsachgemäße Lagerung kann zu hohen Bußgeldern, dem Verlust des Versicherungsschutzes und im Schadensfall zu zivil- oder strafrechtlichen Konsequenzen führen.

Wie viel Kraftstoff dürfen Sie zu Hause lagern?
Der entscheidende Unterschied bei der Lagerung von Kraftstoffen liegt in ihrer jeweiligen Entzündlichkeit. Benzin ist aufgrund seines niedrigen Flammpunkts und seiner schnellen Dampfbildung deutlich gefährlicher als Diesel. Dies spiegelt sich direkt in den zulässigen Lagermengen wider, die wir im Folgenden für die gängigsten Lagerorte aufschlüsseln.
| Lagerort | Maximalmenge (Benzin / Diesel) |
|---|---|
| Kleingarage (bis 100 m²) | 20 Liter / 200 Liter |
| Keller (in Wohnhäusern) | Max. 1 Liter (meist verboten) / 20 Liter |
| Wohnung/Wohnräume | Gänzlich verboten / Gänzlich verboten |
Wie Sie der Tabelle entnehmen können, sind die Mengen für Benzin deutlich restriktiver als für Diesel. Dies liegt primär an der höheren Flüchtigkeit und Entzündlichkeit von Benzin, was das Risiko einer schnellen Brandausbreitung oder gar Explosion erhöht. Diesel hingegen ist weniger flüchtig und hat einen höheren Flammpunkt, was eine etwas großzügigere Lagerung erlaubt, aber dennoch klare Sicherheitsvorkehrungen erfordert.
Den richtigen Ort für Ihren Kraftstoffvorrat finden
Die Wahl des richtigen Lagerorts ist von zentraler Bedeutung und wird durch die Gesetzgebung klar geregelt. In Garagen dürfen Sie bis zu 20 Liter Benzin und bis zu 200 Liter Diesel lagern. Diese Mengen gelten jedoch nur für sogenannte Kleingaragen mit einer Fläche von bis zu 100 Quadratmetern. Für Kellerräume in Wohnhäusern gelten strengere Regeln: Hier ist die Lagerung von Benzin meist gänzlich untersagt oder auf lächerlich geringe 1 Liter beschränkt. Diesel hingegen darf bis zu einem Volumen von 20 Litern gelagert werden, allerdings nur unter der Bedingung, dass der Keller gut belüftet ist und sich keine anliegenden Heizungsräume darin befinden. Wohnräume wie Wohnungen, Schlafzimmer oder auch Flure sind absolute Tabuzonen für die Lagerung von Kraftstoffen jeglicher Art. Die Gefahr, die von austretenden Dämpfen oder einem Brand ausgeht, ist hier schlichtweg zu hoch.
Unabhängig vom gewählten Lagerort müssen stets folgende allgemeine Sicherheitsvorschriften eingehalten werden:
- Gute Belüftung: Sorgen Sie für eine ausreichende Luftzirkulation, um die Ansammlung gefährlicher Dämpfe zu verhindern.
- Keine Zündquellen: Halten Sie offenes Feuer, Funkenflug, heiße Oberflächen und elektrische Geräte (insbesondere Schalter und Steckdosen) fern.
- Schutz vor Hitze und Sonne: Lagern Sie Kraftstoffe niemals in direkter Sonneneinstrahlung oder in der Nähe von Wärmequellen.
- Kindersicherung: Stellen Sie sicher, dass Kinder keinen Zugang zu den Kraftstoffbehältern haben.
- Getrennte Lagerung: Lagern Sie Kraftstoffe nicht zusammen mit anderen leicht entzündlichen oder reaktiven Stoffen.

Der richtige Kanister für die Kraftstofflagerung
Die Wahl des richtigen Behälters ist ebenso kritisch wie die Wahl des Lagerorts. Kraftstoffe dürfen nur in speziellen, für den jeweiligen Kraftstoff zugelassenen und geprüften Kanistern gelagert werden. Das wichtigste Merkmal hierbei ist die UN-Zulassung. Diese Kennzeichnung auf dem Kanister bestätigt, dass er strengen Tests unterzogen wurde und die Anforderungen für den sicheren Transport und die Lagerung von Gefahrgütern erfüllt. Ohne diese Zulassung ist die Lagerung illegal.
Darüber hinaus müssen die Behälter bruchsicher und dicht verschlossen sein. Materialien wie Metall oder speziell dafür entwickelter, schlagfester Kunststoff sind hierfür geeignet. Billige oder beschädigte Behälter können undicht werden, was zu gefährlichen Leckagen und der Freisetzung von Dämpfen führt. Eine klare Kennzeichnung mit der Aufschrift "Benzin" oder "Diesel" ist unerlässlich, um Verwechslungen zu vermeiden. Dies ist nicht nur für die Sicherheit im Lager wichtig, sondern auch, um bei einer möglichen Verwendung im Notfall den richtigen Kraftstoff zu entnehmen.
Was passiert bei unsachgemäßer Kraftstofflagerung?
Die Konsequenzen einer nicht gesetzeskonformen Kraftstofflagerung können gravierend sein. Das Überschreiten der zulässigen Mengen oder die Verwendung ungeeigneter Behälter stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Die Bußgelder hierfür können, je nach Bundesland und Schwere des Verstoßes, von einigen hundert bis zu mehreren tausend Euro reichen. Es lohnt sich also definitiv, die Vorschriften genau zu befolgen.
Noch schwerwiegender sind die Folgen im Schadensfall. Sollte es durch unsachgemäße Lagerung zu einem Brand oder einer Umweltverschmutzung (z. B. Grundwasserverunreinigung) kommen, kann der Versicherungsschutz Ihrer Wohngebäude- oder Hausratversicherung erlöschen. Das bedeutet, dass Sie auf den Kosten für entstandene Schäden sitzen bleiben.
Darüber hinaus können bei Personen- oder Umweltschäden auch zivil- und strafrechtliche Konsequenzen drohen. Dies reicht von Schadensersatzforderungen bis hin zu strafrechtlichen Verurteilungen, insbesondere wenn Menschen zu Schaden kommen oder erhebliche Umweltschäden verursacht werden.
Ihre Checkliste für sichere Kraftstofflagerung
Um sicherzustellen, dass Sie Kraftstoffe zu Hause gesetzeskonform und sicher lagern, hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:
- Zulässige Mengen beachten: Maximal 20 Liter Benzin und 200 Liter Diesel in Garagen; deutlich geringere Mengen oder Verbote in Kellern und Wohnungen.
- Geeignete Lagerorte wählen: Garagen sind am besten geeignet, Wohnräume sind tabu. Keller nur unter strengen Auflagen.
- Nur zugelassene Behälter verwenden: Achten Sie auf die UN-Zulassung, Bruchsicherheit, Dichtheit und korrekte Kennzeichnung.
- Sicherheitsvorschriften einhalten: Immer für gute Belüftung sorgen, Zündquellen vermeiden, vor Hitze und Sonne schützen und für Kindersicherung sorgen.
- Keine Zusammenlagerung: Kraftstoffe getrennt von anderen entzündlichen Stoffen aufbewahren.
