Wenn Sie sich für umweltfreundlichere und potenziell kostengünstigere Mobilitätsoptionen interessieren, sind Sie hier genau richtig. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt des CNG-Kraftstoffs ein und beleuchten alle wichtigen Aspekte, die Sie wissen müssen, um zu verstehen, ob dieser Antrieb für Sie in Frage kommt.
CNG-Kraftstoff einfach erklärt: Eine umfassende Einführung in komprimiertes Erdgas
- CNG (Compressed Natural Gas) ist hoch verdichtetes Erdgas (hauptsächlich Methan), das sich grundlegend von LPG (Autogas) und tiefkalt verflüssigtem LNG unterscheidet.
- Es bietet deutliche Umweltvorteile durch geringere CO2-, Stickoxid- und Feinstaubemissionen im Vergleich zu Benzin und Diesel; Bio-CNG ermöglicht sogar eine nahezu CO2-neutrale Fahrt.
- Finanziell attraktiv durch niedrigere Kraftstoffkosten pro Kilometer (1 kg CNG entspricht ca. 1,5 Litern Benzin), was sich für Vielfahrer trotz potenziell höherer Anschaffungskosten amortisieren kann.
- CNG-Fahrzeuge sind dank robuster Hochdrucktanks sicher und bieten durch den bivalenten Antrieb (Gas und Benzin) eine hohe Gesamtreichweite, auch wenn das Tankstellennetz dünner ist.
- Die Zukunft des CNG liegt in synthetischen Gasen (e-CNG) und Wasserstoffbeimischungen, auch wenn die Automobilindustrie derzeit stärker auf Elektromobilität setzt.

CNG verstehen: Was ist dieser Kraftstoff wirklich?
CNG steht für "Compressed Natural Gas", was auf Deutsch "komprimiertes Erdgas" bedeutet. Im Grunde handelt es sich um ganz normales Erdgas, wie es auch zum Heizen genutzt wird, das aber unter hohem Druck typischerweise zwischen 200 und 250 bar in speziellen Tanks im Fahrzeug gespeichert wird. Dieser hohe Druck ist notwendig, um eine ausreichende Menge an Gas im Tank unterzubringen und somit eine praktikable Reichweite zu erzielen. Der Hauptbestandteil von CNG ist Methan (CH4), ein Kohlenwasserstoff, der in der Regel zu über 85 % im Erdgas enthalten ist.
Hauptbestandteil Methan: Die Basis für den sauberen Antrieb
Methan ist das einfachste Kohlenwasserstoffmolekül und spielt eine Schlüsselrolle für die Eigenschaften von CNG. Seine chemische Struktur macht es vergleichsweise sauber in der Verbrennung. Das bedeutet, dass bei der Umwandlung von Methan in Energie weniger unerwünschte Nebenprodukte entstehen als bei komplexeren Kohlenwasserstoffen, die in Benzin oder Diesel enthalten sind. Dies ist ein wesentlicher Grund für die besseren Emissionswerte von CNG-Fahrzeugen.
Komprimiert, nicht verflüssigt: Der entscheidende technische Unterschied
Der Begriff "komprimiert" ist hier entscheidend und unterscheidet CNG von anderen gasförmigen Kraftstoffen. Während CNG bei Raumtemperatur und hohem Druck gasförmig bleibt, wird beispielsweise LPG (Liquefied Petroleum Gas), auch bekannt als Autogas, unter deutlich geringerem Druck (etwa 5-10 bar) verflüssigt. Dies erfordert andere Tanksysteme und hat Auswirkungen auf die Energiedichte und das Volumen. LNG (Liquefied Natural Gas) ist wieder etwas anderes: Hierbei handelt es sich um Erdgas, das auf extrem tiefe Temperaturen von -162 °C abgekühlt wird, um es zu verflüssigen. Dies ist vor allem im Schwerlastverkehr relevant, da LNG eine höhere Energiedichte als CNG aufweist.
Achtung, Verwechslungsgefahr: CNG vs. LPG die zwei Gesichter des Gasantriebs
Es ist wichtig, CNG nicht mit LPG (Autogas) zu verwechseln, da die beiden Kraftstoffe trotz ihrer gasförmigen Natur grundlegend verschieden sind. CNG ist komprimiertes Erdgas mit Methan als Hauptbestandteil und benötigt sehr robuste Tanks, die einem Druck von 200-250 bar standhalten. LPG hingegen ist ein Gemisch aus Propan und Butan, das unter wesentlich geringerem Druck (5-10 bar) flüssig gespeichert wird, was einfachere und leichtere Tanks ermöglicht. Diese Unterschiede in Zusammensetzung und Speicherung führen auch zu unterschiedlichen Eigenschaften bezüglich Emissionen und Kosten.
| Merkmal | CNG | LPG |
|---|---|---|
| Hauptbestandteil | Methan (>85%) | Propan-Butan-Gemisch |
| Speicherung | Komprimiert (200-250 bar) | Flüssig (5-10 bar) |
| Tankmaterial | Stahl / Verbundwerkstoffe | Stahl |
| Energiedichte (pro Volumen) | Geringer | Höher |

Umweltbilanz: Wie nachhaltig ist der Erdgasantrieb?
Einer der überzeugendsten Vorteile von CNG-Fahrzeugen liegt in ihrer Umweltfreundlichkeit. Im Vergleich zu traditionellen Benzin- und Dieselfahrzeugen bieten sie signifikante Verbesserungen in Bezug auf Schadstoffemissionen, was insbesondere in dicht besiedelten Gebieten von großer Bedeutung ist.
Die CO2-Bilanz im direkten Vergleich: Ein klarer Vorteil gegenüber Benzin und Diesel?
Bei der Verbrennung von CNG entstehen im Vergleich zu Benzinmotoren rund 20 bis 25 % weniger Kohlendioxid (CO2). Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen. Gegenüber Dieselmotoren ist der Vorteil bei CO2-Emissionen zwar geringer, aber dennoch vorhanden. Diese Reduzierung macht CNG zu einer attraktiven Option für umweltbewusste Autofahrer, die ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern möchten.
Bessere Stadtluft: Warum CNG kaum Stickoxide und Feinstaub produziert
Besonders hervorzuheben ist die Reduzierung von Stickoxiden (NOx) und Feinstaub. CNG-Fahrzeuge emittieren bis zu 95 % weniger Stickoxide als vergleichbare Benziner und Diesel. Zudem produzieren sie praktisch keinen gesundheitsschädlichen Feinstaub. Dies trägt maßgeblich zur Verbesserung der Luftqualität in Städten bei und reduziert die Belastung für die Anwohner.
Bio-CNG: Wie aus Abfall ein nahezu klimaneutraler Kraftstoff wird
Eine noch nachhaltigere Variante ist Bio-CNG. Dabei handelt es sich um aufbereitetes Biogas, das aus organischen Abfällen wie Gülle, Lebensmittelresten oder Klärschlamm gewonnen wird. Wenn dieses Biogas gereinigt und aufbereitet wird, kann es als Bio-CNG in Fahrzeugen eingesetzt werden. Da die Pflanzen, aus denen das Biogas gewonnen wird, während ihres Wachstums CO2 aus der Atmosphäre aufgenommen haben, schließt sich bei der Verbrennung von Bio-CNG der Kohlenstoffkreislauf. Dies ermöglicht eine nahezu CO2-neutrale Mobilität, was einen entscheidenden Schritt in Richtung Klimaneutralität darstellt.

Kosten-Check: Lohnt sich ein CNG-Fahrzeug finanziell?
Neben den Umweltaspekten sind natürlich auch die finanziellen Aspekte für viele Autofahrer entscheidend. Hier bietet CNG einige interessante Vorteile, die jedoch im Kontext der Gesamtkosten betrachtet werden müssen.
Kosten an der Zapfsäule: Warum man Kilogramm mit Litern vergleichen muss
Der Preis für CNG wird in Kilogramm (kg) angegeben, was für Umsteiger zunächst ungewohnt sein mag. Um die Kosten mit Benzin oder Diesel vergleichen zu können, muss man den Energiegehalt berücksichtigen: 1 kg CNG liefert etwa so viel Energie wie rund 1,5 Liter Benzin oder 1,3 Liter Diesel. Aktuell (Stand Anfang 2024) liegt der durchschnittliche Preis für ein Kilogramm CNG in Deutschland bei etwa 1,15 bis 1,40 Euro. Das bedeutet, dass die Kosten pro gefahrenem Kilometer oft deutlich niedriger sind als bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen.
Von Anschaffung bis Kfz-Steuer: Eine ehrliche Gesamtkostenbetrachtung
Bei der Betrachtung der Gesamtkosten muss man auch die Anschaffung berücksichtigen. CNG-Fahrzeuge sind in der Regel etwas teurer in der Anschaffung als ihre reinen Benzin- oder Diesel-Pendants. Dies liegt an den aufwendigeren Tanksystemen. Demgegenüber stehen jedoch die geringeren Kraftstoffkosten. Zudem können CNG-Fahrzeuge von Steuervorteilen bei der Kraftfahrzeugsteuer profitieren, die in Deutschland für einen bestimmten Zeitraum nach der Erstzulassung gewährt werden. Diese Vorteile können die höheren Anschaffungskosten über die Haltedauer hinweg kompensieren.
Die Amortisations-Frage: Ab wie vielen Kilometern pro Jahr beginnt das Sparen?
Die Frage, ab wann sich ein CNG-Fahrzeug finanziell lohnt, hängt stark von der individuellen Fahrleistung ab. Als Faustregel gilt: Je mehr Kilometer Sie pro Jahr zurücklegen, desto schneller amortisiert sich die höhere Anschaffung. Für Vielfahrer, Pendler oder auch Taxi- und Lieferdienste kann sich die Investition in ein CNG-Fahrzeug bereits nach wenigen Jahren auszahlen. Eine genaue Berechnung unter Berücksichtigung des aktuellen Kraftstoffpreises und der individuellen jährlichen Fahrleistung ist hier ratsam.
Praxis-Ratgeber: CNG im täglichen Einsatz
Neben den technischen und finanziellen Aspekten gibt es auch praktische Überlegungen, die bei der Nutzung eines CNG-Fahrzeugs eine Rolle spielen.
Das deutsche Tankstellennetz: Reicht die Abdeckung für eine sorgenfreie Fahrt?
Ein Punkt, der oft kritisch gesehen wird, ist das Tankstellennetz für CNG. In Deutschland gibt es derzeit etwa 750 bis 800 CNG-Tankstellen. Das ist deutlich weniger als für Benzin oder Diesel, aber für viele Regionen ausreichend. Insbesondere auf Hauptverkehrsrouten und in Ballungszentren ist die Dichte gut. Für Langstreckenfahrer empfiehlt es sich, die Route im Voraus zu planen und Tankstellen auf der Strecke zu identifizieren. Viele Tankstellen sind zudem an regulären Tankstellen integriert.
Reichweitenangst adé? Wie der bivalente Antrieb für Sicherheit sorgt
Die reine Reichweite im Gasbetrieb liegt bei den meisten CNG-Fahrzeugen zwischen 300 und 500 Kilometern, abhängig von der Größe des CNG-Tanks und dem Verbrauch des Fahrzeugs. Um jedoch jegliche Reichweitenangst zu vermeiden, sind fast alle CNG-Fahrzeuge bivalent ausgelegt. Das bedeutet, sie verfügen zusätzlich über einen vollwertigen Benzintank. Sollte eine CNG-Tankstelle nicht verfügbar sein oder der Gastank leer sein, kann einfach auf Benzin umgeschaltet werden. So lässt sich die Gesamtreichweite auf über 1000 Kilometer ausdehnen, was für nahezu jede Fahrsituation mehr als ausreichend ist.
Sind die Hochdrucktanks sicher? Mythen und Fakten zur Sicherheit von CNG-Fahrzeugen
Die Sicherheit von Hochdrucktanks ist ein Thema, das viele verunsichert. Doch hier kann Entwarnung gegeben werden: CNG-Tanks sind extrem robust konstruiert. Sie bestehen entweder aus massivem Stahl oder aus Verbundwerkstoffen, die extremen Belastungen standhalten. Sie werden strengen Prüfungen unterzogen, die weit über die Anforderungen für normale Kraftstofftanks hinausgehen. Ein weiterer Sicherheitsaspekt ist die physikalische Eigenschaft von Erdgas: Es ist leichter als Luft. Bei einem eventuellen Leck verflüchtigt sich das Gas schnell nach oben und verteilt sich, anstatt sich am Boden zu sammeln wie flüssige Kraftstoffe. Dies reduziert die Brand- und Explosionsgefahr erheblich.
Lesen Sie auch: Kraftstoff Zusammensetzung: Was ist wirklich in Benzin & Diesel?
Zukunftsperspektiven: Wohin steuert der CNG-Antrieb?
Die Zukunft der Mobilität ist im Wandel, und auch der CNG-Antrieb steht vor neuen Herausforderungen und Chancen.
Im Schatten der E-Mobilität: Ist CNG nur eine Brückentechnologie?
Die Automobilindustrie setzt derzeit stark auf die Elektromobilität, was dazu geführt hat, dass einige Hersteller, wie beispielsweise der Volkswagen-Konzern, die Entwicklung neuer CNG-Modelle eingestellt haben. Dies wirft die Frage auf, ob CNG lediglich eine Brückentechnologie auf dem Weg zur emissionsfreien Mobilität ist. Während Elektroautos für viele Anwendungsfälle eine attraktive Lösung darstellen, haben sie auch Nachteile wie Ladeinfrastruktur, Reichweite und Batterielebensdauer, die CNG-Fahrzeuge in bestimmten Segmenten weiterhin relevant machen.
Synthetisches Gas & Wasserstoff: Die nächste Evolutionsstufe des CNG-Antriebs
Die Zukunft von CNG könnte in der Weiterentwicklung liegen. Eine vielversprechende Option ist der Einsatz von synthetischem Methan, auch bekannt als e-CNG. Dieses wird mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien und CO2 hergestellt und kann somit klimaneutral produziert werden. Eine weitere Entwicklung ist die Beimischung von Wasserstoff (H2CNG) zum Erdgas. Dies kann die Emissionen weiter reduzieren und die Verbrennungseffizienz verbessern. Diese Technologien könnten CNG auch langfristig als umweltfreundliche Alternative positionieren.
Für wen ein CNG-Fahrzeug heute noch eine kluge Wahl sein kann
- Vielfahrer: Personen, die täglich viele Kilometer zurücklegen, profitieren am stärksten von den niedrigeren Kraftstoffkosten und können die höheren Anschaffungskosten schnell amortisieren.
- Umweltbewusste Fahrer: Wer Wert auf geringere CO2- und Schadstoffemissionen legt und eine Alternative zu reinen Verbrennern sucht, findet in CNG eine gute Option, insbesondere mit Bio-CNG.
- Fahrzeuge für spezielle Einsatzzwecke: Kommunen, Lieferdienste oder auch Fahrschulen können von den Kostenvorteilen und der verbesserten lokalen Luftqualität profitieren.
- Nutzer mit guter CNG-Tankstellenabdeckung im Umfeld: Wer in einer Region mit guter CNG-Infrastruktur lebt oder arbeitet, kann die Vorteile des Antriebs ohne Einschränkungen nutzen.
