Die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit Ihres Motors hängen maßgeblich von der richtigen Pflege ab. Ein oft unterschätzter, aber entscheidender Bestandteil dieser Pflege ist der regelmäßige Wechsel des Ölfilters. In diesem Artikel beleuchten wir, warum dieser kleine Teil eine so große Rolle spielt und wie oft Sie ihm Ihre Aufmerksamkeit schenken sollten, um teure Folgeschäden zu vermeiden.
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Regelmäßiger Ölfilterwechsel entscheidend für die Motorlebensdauer Ihres Fahrzeugs
- Der Ölfilter ist ein essenzieller Bestandteil des Motors, der das Motoröl von Verunreinigungen reinigt.
- Er sollte grundsätzlich bei jedem Ölwechsel ausgetauscht werden, dessen Intervalle im Serviceheft des Herstellers stehen.
- Typische Wechselintervalle liegen zwischen 10.000 und 40.000 Kilometern, abhängig von Fahrzeugtyp und Fahrprofil.
- Warnsignale wie reduzierte Motorleistung oder aufleuchtende Öldruckleuchten deuten auf einen verstopften Filter hin.
- Ein überfälliger Wechsel kann zu schlechter Schmierung, erhöhtem Verschleiß und letztlich zu einem kapitalen Motorschaden führen.
- Die Kosten für den Ölfilter selbst sind gering; der Wechsel ist meist Teil eines umfassenderen Ölwechsels.

Warum der Ölfilterwechsel so wichtig ist
Der Ölfilter ist das "Herzstück" der Ölreinigung in Ihrem Motor. Seine Hauptaufgabe ist es, winzige Schmutzpartikel, Metallabrieb und andere Verunreinigungen aus dem Motoröl zu filtern, bevor diese durch den Ölkreislauf zirkulieren. Sauberes Öl ist essenziell für die Schmierung beweglicher Teile, die Kühlung und den Schutz vor Korrosion. Wenn der Ölfilter seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann, weil er gesättigt ist oder beschädigt wurde, gelangen diese schädlichen Partikel ungehindert weiter in den Motor. Dies führt zu einer schlechten Schmierung, da die Partikel die Schmierfähigkeit des Öls beeinträchtigen. Infolgedessen steigt der erhöhte Verschleiß an Zylinderwänden, Kolbenringen, Lagern und anderen kritischen Komponenten, was die Lebensdauer des Motors drastisch verkürzt.
So oft müssen Sie den Ölfilter wechseln
Der wichtigste Anhaltspunkt für das Wechselintervall Ihres Ölfilters sind stets die Herstellervorgaben. Diese finden Sie detailliert im Serviceheft oder der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs. Als allgemeine Richtlinie gilt: Der Ölfilter wird grundsätzlich bei jedem Ölwechsel mit ausgetauscht. Die Intervalle variieren je nach Fahrzeugtyp und Hersteller. Bei Benzinmotoren liegen die empfohlenen Kilometerstände oft zwischen 15.000 und 30.000 Kilometern. Bei Dieselfahrzeugen, die oft stärkerer Rußbelastung ausgesetzt sind, sind die Intervalle tendenziell kürzer und liegen meist zwischen 10.000 und 20.000 Kilometern. Ältere Fahrzeuge haben oft ebenfalls kürzere Wechselintervalle.
Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die eine Verkürzung dieser Intervalle notwendig machen können:
- Kurzstreckenverkehr: Häufige Fahrten unter 10 Kilometern, bei denen der Motor nicht seine Betriebstemperatur erreicht, führen zu vermehrter Kondenswasserbildung und Säurebildung im Öl, was den Filter schneller belastet.
- Kaltstarts: Ähnlich wie beim Kurzstreckenverkehr beanspruchen viele Kaltstarts den Ölkreislauf und den Filter stärker.
- Sportliche Fahrweise: Hohe Drehzahlen und starke Beschleunigung belasten das Öl und den Filter stärker.
- Hohe Belastung: Regelmäßiges Ziehen von Anhängern, Fahrten im Gebirge oder bei extremen Temperaturen (sehr heiß oder sehr kalt) erhöhen die Beanspruchung.
Warnsignale: Wann der Ölfilter dringend gewechselt werden muss
Ihr Fahrzeug kann Ihnen anzeigen, wenn der Ölfilter seine Arbeit nicht mehr richtig verrichtet. Achten Sie auf folgende Warnsignale:
- Reduzierte Motorleistung: Wenn Ihr Auto spürbar träger wird oder weniger Leistung hat, kann dies auf eine unzureichende Ölversorgung hindeuten.
- Erhöhter Kraftstoffverbrauch: Ein Motor, der härter arbeiten muss, um die gleiche Leistung zu erzielen, verbraucht mehr Kraftstoff.
- Aufleuchten der Öldruck-Warnleuchte: Dies ist ein ernstzunehmendes Warnsignal, das auf einen zu geringen Öldruck hinweisen kann, oft verursacht durch einen verstopften Filter.
- Laute Motorgeräusche: Ungeschmierte oder schlecht geschmierte Teile im Motor können metallische oder klappernde Geräusche verursachen.
- Schwarze Abgase: Ungewöhnlich dunkle oder schmutzige Abgase können auf Verbrennungsprobleme hindeuten, die durch mangelnde Schmierung oder Ölverbrennung verursacht werden.
- Geruch von brennendem Öl: Dies kann ein Zeichen dafür sein, dass Öl an heißen Motorteilen verbrennt, möglicherweise aufgrund von Leckagen oder Überhitzung.
- Motorüberhitzung: Ein verstopfter Ölfilter kann die Kühlfunktion des Öls beeinträchtigen und zu einer Überhitzung des Motors führen.

Die fatalen Folgen eines überfälligen Ölfilterwechsels
Die Konsequenzen eines nicht gewechselten Ölfilters sind gravierend und können schnell zu einem wirtschaftlichen Totalschaden am Fahrzeug führen. Wenn der Filter seine Kapazität erreicht hat, kann er das Öl nicht mehr effektiv reinigen. Dies resultiert in einer schlechten Schmierung des Motors. Die im Öl enthaltenen Schmutzpartikel wirken wie feines Schmirgelpapier und reiben sich zwischen den Metalloberflächen der beweglichen Teile. Dies beschleunigt den Verschleiß von Kolben, Zylindern, Lagern und der Nockenwelle erheblich. Im schlimmsten Fall kann der Ölfilter komplett verstopfen. Um eine vollständige Unterbrechung der Ölversorgung zu verhindern, ist ein Bypass-Ventil im Filtersystem verbaut. Dieses Ventil öffnet sich bei starkem Gegendruck (also wenn der Filter dicht ist) und lässt ungefiltertes Öl direkt in den Motor fließen. Zwar wird so eine Mangelschmierung verhindert, aber das nun ungefilterte Öl mit all seinen aggressiven Partikeln richtet massiven Schaden an. Langfristig führt dieser Prozess unweigerlich zu einem kapitalen Motorschaden, dessen Reparatur oft den Wert des Fahrzeugs übersteigt.
Kosten 2025: Was ein Ölfilterwechsel in der Werkstatt kostet
Der Austausch des Ölfilters ist in der Regel kein eigenständiger Service, sondern wird automatisch im Rahmen eines kompletten Ölwechsels durchgeführt. Die Kosten hierfür variieren daher je nach Fahrzeugmodell, der benötigten Ölmenge und -qualität sowie der Werkstattwahl. Der Ölfilter selbst ist ein relativ günstiges Bauteil; die Materialkosten liegen meist zwischen 10 und 30 Euro. Der Hauptkostenfaktor bei einem Ölwechsel ist das Motoröl, dessen Preis je nach Spezifikation stark schwanken kann. Für einen kompletten Ölwechsel inklusive Filter in Deutschland im Jahr 2025 können Sie mit durchschnittlichen Gesamtkosten zwischen ca. 60 Euro und 400 Euro rechnen. Die Arbeitszeit für den reinen Filter- und Ölwechsel ist in der Werkstatt meist überschaubar und liegt in der Regel bei unter einer Stunde.
Ölfilter selbst wechseln oder Werkstatt: Was ist besser?
Für technisch versierte und gut ausgestattete Hobby-Schrauber ist der Wechsel des Ölfilters durchaus selbst durchführbar. Dazu benötigen Sie jedoch spezifisches Werkzeug wie einen Ölfilterschlüssel, Kenntnisse über das sichere Aufbocken des Fahrzeugs und vor allem Wissen über die fachgerechte Entsorgung von Altöl und dem alten Filter. Diese Altstoffe sind Sondermüll und müssen korrekt entsorgt werden, um Umweltschäden zu vermeiden.
Die Risiken beim Selbstwechsel sind nicht zu unterschätzen:
- Undichte Stellen: Eine nicht korrekt angezogene Dichtung oder ein falsch montierter Filter kann zu Ölverlust führen.
- Falsche Entsorgung: Unsachgemäße Entsorgung von Altöl und Filter kann zu Bußgeldern und Umweltschäden führen.
- Beschädigung des Filters oder Gewindes: Unsachgemäßer Gebrauch von Werkzeugen kann Bauteile beschädigen.
Aus diesen Gründen ist der Service in einer Fachwerkstatt für die meisten Autofahrer die sicherere und bequemere Wahl. Sie garantiert einen fachgerechten Austausch, die Verwendung des richtigen Öls und Filters sowie die korrekte Entsorgung der Altstoffe. Das gibt Ihnen die Sicherheit, dass Ihr Motor optimal geschützt ist.
