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Matthias Heinze

Matthias Heinze

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10. September 2025

Mercedes Sprinter Motoren: Welcher ist der richtige? Ratgeber

Mercedes Sprinter Motoren: Welcher ist der richtige? Ratgeber

Inhaltsverzeichnis

Die Wahl des richtigen Motors für Ihren Mercedes Sprinter ist eine entscheidende Entscheidung, die nicht nur Fahrgefühl und Leistung beeinflusst, sondern auch langfristig Kosten spart. Ob Sie einen neuen Sprinter kaufen oder einen Gebrauchten in Betracht ziehen, das Verständnis der verschiedenen Motorenbaureihen insbesondere des bewährten OM651, des kraftvollen V6 OM642 und des modernen OM654 ist unerlässlich. In diesem Artikel beleuchten wir die Stärken, Schwächen und typischen Probleme dieser Aggregate, damit Sie eine fundierte Wahl treffen können.

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Der richtige Motor für Ihren Mercedes Sprinter So finden Sie das passende Aggregat und vermeiden teure Probleme

  • Der Mercedes Sprinter wird hauptsächlich von den Vierzylinder-Dieselmotoren OM651 und OM654 sowie dem V6-Diesel OM642 angetrieben, wobei der OM654 die neueren Modelle dominiert.
  • Der OM651 ist ein bewährter, robuster Motor, der jedoch für Steuerketten- und Injektorenprobleme bekannt ist.
  • Der OM642 V6 bietet hohe Laufruhe und Kraft, hat aber oft mit Ölkühler-Undichtigkeiten zu kämpfen und wird nicht mehr im Sprinter verbaut.
  • Der moderne OM654 ist sparsamer, leiser und leistungsstärker, mit bisher wenigen bekannten Langzeitproblemen, und erfüllt die neuesten Abgasnormen.
  • Regelmäßige Wartung, die Verwendung des richtigen Motoröls und eine angepasste Fahrweise sind entscheidend für die Langlebigkeit jedes Sprinter-Motors.

Die Motoren im Mercedes Sprinter: Ein Überblick der Generationen

Über die Jahre hat Mercedes-Benz seine Transporter kontinuierlich weiterentwickelt, und das gilt natürlich auch für die Motoren im Sprinter. Von den frühen, eher einfachen Vierzylindern und den laufruhigen Sechszylindern hat sich die Technologie stetig fortentwickelt. Insbesondere in der dritten Sprinter-Generation (W 907/910) sehen wir einen klaren Trend hin zu moderneren, effizienteren Aggregaten. Der OM654 spielt hier eine zentrale Rolle und hat ältere Motoren wie den OM651 schrittweise ersetzt. Was diese neueren Motoren auszeichnet, sind oft kompaktere Bauweisen, der Einsatz von Leichtbaumaterialien wie Aluminium, und vor allem die Erfüllung strengerer Abgasnormen wie Euro 6d. Diese Entwicklung zielt darauf ab, den Sprinter nicht nur leistungsfähig, sondern auch umweltfreundlicher und sparsamer zu machen.

OM651, OM642, OM654: Was bedeuten diese Kürzel wirklich für Sie?

  • OM651: Dies ist der weit verbreitete 2,1-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor, der über viele Jahre das Rückgrat des Sprinter-Angebots bildete. Er ist bekannt für seine Robustheit, hat aber auch spezifische Schwachstellen.
  • OM642: Ein 3,0-Liter-V6-Dieselmotor, der als die leistungsstärkere Option galt und für seine Laufruhe und sein hohes Drehmoment geschätzt wurde. Er wird im Sprinter nicht mehr neu verbaut.
  • OM654: Der aktuellste Vierzylinder-Dieselmotor mit 2,0 Litern Hubraum, der in verschiedenen Leistungsstufen erhältlich ist und die älteren Motoren in den meisten neuen Sprintern ersetzt hat. Er steht für Effizienz und fortschrittliche Technologie.

Warum der Wechsel vom V6 zum Vierzylinder eine gute Nachricht für die meisten ist

Die Umstellung von den V6-Motoren wie dem OM642 auf die modernen Vierzylinder-Aggregate, allen voran der OM654, mag auf den ersten Blick wie ein Rückschritt wirken, ist aber für die meisten Anwender eine klare Verbesserung. Der OM642 bot zwar eine beeindruckende Laufruhe und viel Kraft, ging aber oft mit einem höheren Kraftstoffverbrauch einher und hatte seine eigenen, teils kostspieligen Problemzonen, wie etwa Undichtigkeiten am Ölkühler. Der neuere OM654 hingegen, obwohl kleiner im Hubraum, liefert dank moderner Turboaufladung und Einspritztechnologie eine Leistung, die für die allermeisten Einsatzzwecke völlig ausreichend ist. Seine Hauptvorteile liegen in der deutlich verbesserten Kraftstoffeffizienz, den geringeren Emissionen und der fortschrittlichen Technologie, die ihn zukunftssicher macht. Für den täglichen Einsatz, sei es im Lieferverkehr oder auf der Baustelle, bedeutet das niedrigere Betriebskosten und eine geringere Umweltbelastung, ohne dabei auf ausreichende Leistung verzichten zu müssen.

Mercedes Sprinter OM651 Motorraum

Der bewährte OM651 Motor: Das Arbeitstier im Sprinter

Stärken: Warum dieser Motor eine ganze Generation von Transportern angetrieben hat

Der OM651 war über viele Jahre hinweg die treibende Kraft hinter unzähligen Mercedes Sprintern, und das aus gutem Grund. Seine größte Stärke liegt zweifellos in seiner Robustheit und Zuverlässigkeit, wenn er denn gut gepflegt wird. Viele Exemplare dieses 2,1-Liter-Vierzylinders haben problemlos Laufleistungen von über 300.000 Kilometern und mehr erreicht, was ihn zu einem echten Arbeitstier macht, auf das man sich verlassen kann. Diese Langlebigkeit, gepaart mit einer soliden Leistung, hat ihn zur ersten Wahl für viele Gewerbetreibende gemacht, die einen Transporter für den täglichen harten Einsatz benötigen.

Die Achillesferse: Typische Probleme und worauf Sie beim Gebrauchtkauf achten sollten

  • Steuerkettenverschleiß: Dies ist wohl das bekannteste Problem des OM651. Die Steuerkette kann sich längen, was zu einem rasselnden Geräusch beim Kaltstart führt und im schlimmsten Fall zu einem kapitalen Motorschaden.
  • Undichte Injektoren: Probleme mit den Einspritzdüsen sind ebenfalls keine Seltenheit. Sie können sich durch unrunden Motorlauf, Leistungsverlust oder erhöhten Kraftstoffverbrauch bemerkbar machen.
  • AGR-System und DPF: Das Abgasrückführungssystem (AGR) und der Dieselpartikelfilter (DPF) können durch Verkokungen Probleme bereiten, besonders wenn der Sprinter häufig auf Kurzstrecken bewegt wird.

Beim Kauf eines gebrauchten Sprinters mit OM651-Motor sollten Sie besonders auf rasselnde Geräusche beim Kaltstart achten das kann ein Hinweis auf eine verschlissene Steuerkette sein. Auch ein unruhiger Leerlauf oder sichtbare Anzeichen von Ölverlust sollten Sie hellhörig machen. Eine lückenlose Wartungshistorie ist hier Gold wert, um sicherzustellen, dass die bekannten Schwachstellen proaktiv angegangen wurden.

Steuerkette, Injektoren & Co. Die häufigsten Reparaturen und deren Anzeichen

  • Steuerkette: Das Hauptsymptom ist ein deutliches rasselndes oder klapperndes Geräusch, das besonders beim Starten des kalten Motors hörbar ist und sich bei Erwärmung des Motors verringern kann. Ignorieren Sie dieses Geräusch nicht, es kann schnell zu einem Motorschaden führen.
  • Injektoren: Anzeichen für defekte Injektoren sind ein unrunder Motorlauf im Leerlauf, spürbare Leistungsverluste, eine erhöhte Rauchbildung (besonders schwarzer Rauch) oder auch ein schlechteres Startverhalten des Motors.
  • AGR-System/DPF: Probleme mit dem AGR-Ventil oder dem Dieselpartikelfilter äußern sich oft durch einen Leistungsverlust, eine aufleuchtende Motorkontrollleuchte oder eine erhöhte Rußentwicklung. Ein erhöhter Kraftstoffverbrauch kann ebenfalls ein Indikator sein, da der DPF versucht, sich häufiger freizubrennen.

Mercedes Sprinter V6 OM642 Motor

Der kraftvolle OM642 V6-Motor: Eine Option für spezielle Anforderungen?

Laufruhe und Kraft: Für wen ist der Sechszylinder die ideale Wahl?

Der OM642 V6-Dieselmotor war lange Zeit die Top-Motorisierung im Sprinter und bot Fahrern, die Wert auf hohe Laufruhe und kräftigen Durchzug legten, ein besonderes Fahrerlebnis. Sein charakteristisches Brummen und das souveräne Drehmoment machten ihn zur idealen Wahl für Einsatzzwecke, bei denen oft schwere Lasten über lange Distanzen transportiert werden mussten. Für Anwender, die maximalen Komfort auf Langstrecken suchten oder regelmäßig an die Grenzen der Zuladung stießen, war der V6 eine attraktive Option, die ein Gefühl von Souveränität und Kraft vermittelte.

Undichtigkeiten am Ölkühler: Das teure Problem, das Sie kennen sollten

Ein bekanntes und potenziell kostspieliges Problem des OM642 V6-Motors sind Undichtigkeiten am Ölkühler. Dieser ist ungünstig zwischen den Zylinderbänken platziert, was die Reparatur aufwendig macht. Wenn hier Öl austritt, kann es in den Kühlmittelkreislauf gelangen und zu einer Emulsionsbildung führen, die den Motor stark beschädigen kann. Weitere typische Schwachstellen sind Probleme mit den Einlasskanal-Abschaltklappen (EKAS), die zu Leistungsverlust führen können, sowie Risse im Abgaskrümmer, die sich durch Abgasgeräusche bemerkbar machen. Diese Reparaturen können schnell ins Geld gehen und erfordern spezialisiertes Wissen.

V6 vs. starker Vierzylinder: Ein direkter Vergleich von Leistung und Unterhaltskosten

Merkmal OM642 (V6) OM654 (starker Vierzylinder)
Leistung (typisch) Bis zu 190 PS Bis zu 190 PS
Drehmoment (typisch) Bis zu 440 Nm Bis zu 450 Nm
Kraftstoffverbrauch Höher Deutlich geringer
Laufruhe Sehr gut (V6-typisch) Gut bis sehr gut (modern)
Emissionen Höher Geringer (Euro 6d)
Bekannte Probleme Ölkühler, EKAS, Abgaskrümmer Weniger systematische Langzeitprobleme bekannt
Verfügbarkeit (neu) Nicht mehr im Sprinter verbaut Aktuell im Sprinter

Mercedes Sprinter OM654 Motorraum

Der moderne OM654 Motor: Effizienz und Zukunftssicherheit

Weniger Hubraum, mehr Leistung: Die technischen Vorteile des 2,0-Liter-Diesels

  • Kompakter 2,0-Liter-Vierzylinder: Der OM654 ist ein moderner Vierzylinder-Dieselmotor, der in verschiedenen Leistungsstufen von etwa 114 PS bis zu 190 PS angeboten wird.
  • Aluminium-Leichtbau: Durch den Einsatz eines Aluminiumblocks ist der Motor leichter, was zur Effizienz beiträgt.
  • Geringere Reibung: Fortschrittliche Motorkonstruktion reduziert die innere Reibung, was den Kraftstoffverbrauch senkt.
  • Moderne Abgasreinigung: Er erfüllt die strengen Euro 6d-Abgasnormen dank einer fortschrittlichen Abgasnachbehandlung mit SCR-Katalysator und AdBlue-Einspritzung.

Diese technischen Merkmale führen zu einer beeindruckenden Kombination aus Leistung und Effizienz. Der OM654 zeigt eindrucksvoll, dass moderne Vierzylinder-Motoren die Leistung von älteren Sechszylindern erreichen oder sogar übertreffen können, während sie gleichzeitig deutlich sparsamer und umweltfreundlicher sind.

Verbrauch, Laufruhe und Abgasnorm: Wie der OM654 im Alltag überzeugt

Im täglichen Betrieb spielt der OM654 seine Stärken voll aus. Sein geringerer Kraftstoffverbrauch im Vergleich zu älteren Motoren macht sich bei jedem Tankstopp bemerkbar und reduziert die Betriebskosten erheblich. Trotz seines Vierzylinder-Konzepts bietet er eine für heutige Verhältnisse sehr gute Laufruhe, die den Fahrkomfort deutlich erhöht. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Erfüllung der aktuellen Abgasnormen. Dies bedeutet nicht nur eine geringere Umweltbelastung, sondern auch, dass Sie mit dem Fahrzeug auch in Zukunft keine Probleme bei Umweltzonen oder zukünftigen Regulierungen haben werden.

Gibt es bereits bekannte Schwachstellen beim neuen Hoffnungsträger?

Nach bisherigen Erkenntnissen und Erfahrungen scheint der OM654 ein sehr solider Motor zu sein. Im Vergleich zu seinen Vorgängern sind weniger systematische Langzeitprobleme bekannt. Natürlich kann es wie bei jedem Motor zu Einzelfällen kommen, aber die Häufigkeit und Schwere von Problemen, die man beispielsweise vom OM651 kannte, scheinen beim OM654 deutlich geringer zu sein. Dies macht ihn zu einer vielversprechenden und zuverlässigen Wahl für alle, die einen modernen und zukunftssicheren Sprinter suchen.

Langes Motorleben für Ihren Sprinter: Wichtige Praxis-Tipps

Das richtige Motoröl: Warum die Freigabe wichtiger ist als die Marke

Die Wahl des richtigen Motoröls ist entscheidend für die Langlebigkeit Ihres Sprinter-Motors, egal welcher Baureihe. Es geht dabei weniger um die Marke als vielmehr um die offizielle Freigabe von Mercedes-Benz. Achten Sie stets auf die Spezifikation, die in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs angegeben ist, typischerweise sind das Freigaben wie MB 229.51 oder MB 229.52 für Dieselmotoren. Diese Freigaben garantieren, dass das Öl die spezifischen Anforderungen Ihres Motors erfüllt, sei es in Bezug auf Viskosität, Additivierung oder Verträglichkeit mit Abgasnachbehandlungssystemen wie dem DPF. Die Verwendung eines Öls mit der korrekten Freigabe schützt den Motor vor übermäßigem Verschleiß und beugt teuren Folgeschäden vor.

Kaltstart und Kurzstrecke: Wie Sie typische Fehler im täglichen Betrieb verhindern

  • Schonendes Fahren nach dem Kaltstart: Vermeiden Sie hohe Drehzahlen und starke Beschleunigung, solange der Motor noch nicht seine Betriebstemperatur erreicht hat. Dies schont die inneren Bauteile, insbesondere die Steuerkette und den Turbolader.
  • Vermeiden Sie übermäßige Kurzstreckenfahrten: Häufige Fahrten unter fünf Kilometern, bei denen der Motor nie richtig warm wird, sind Gift für den Dieselpartikelfilter (DPF) und das AGR-System. Der DPF kann sich nicht freibrennen und verstopft. Wenn möglich, legen Sie ab und zu eine längere Fahrt ein, um eine Regeneration zu ermöglichen.
  • Regelmäßiges Überprüfen des Ölstands: Kontrollieren Sie den Ölstand regelmäßig, um sicherzustellen, dass keine unentdeckten Leckagen vorliegen.

Wartungsintervalle und wichtige Checks, die Sie nicht ignorieren dürfen

  1. Einhaltung der Serviceintervalle: Halten Sie die von Mercedes-Benz vorgeschriebenen Wartungsintervalle strikt ein. Dies stellt sicher, dass Verschleißteile rechtzeitig geprüft und ausgetauscht werden.
  2. Flüssigkeitsstände kontrollieren: Überprüfen Sie regelmäßig Kühlmittelstand, Bremsflüssigkeit und Servolenkungsflüssigkeit.
  3. Auf ungewöhnliche Geräusche achten: Achten Sie auf Veränderungen im Motorlauf, wie Klappern, Rasseln oder ungewöhnliche Vibrationen. Diese können auf beginnende Probleme hinweisen.
  4. Sichtprüfung auf Leckagen: Untersuchen Sie den Motorraum und die Unterseite des Fahrzeugs regelmäßig auf Anzeichen von Öl- oder Kühlmittelverlust.
  5. Reifendruck und Profiltiefe: Auch wenn es nicht direkt den Motor betrifft, sind korrekte Reifenwerte wichtig für die allgemeine Sicherheit und Effizienz des Fahrzeugs.

Welcher Sprinter-Motor ist der Richtige für Sie?

Für den Langstrecken-Kurier: Eine klare Empfehlung für Effizienz

Wenn Ihr Sprinter hauptsächlich für Langstreckenfahrten im Kurierdienst oder Lieferverkehr eingesetzt wird, ist der moderne OM654 Vierzylinder-Dieselmotor die klare Empfehlung. Seine herausragende Kraftstoffeffizienz bedeutet niedrigere Betriebskosten auf langen Distanzen, was sich direkt auf Ihre Marge auswirkt. Die gute Laufruhe reduziert die Ermüdung des Fahrers auf langen Touren, und die moderne Abgastechnik sorgt dafür, dass Sie auch zukünftig problemlos unterwegs sind. Die Leistung der stärkeren OM654-Varianten ist für die meisten Lieferanforderungen mehr als ausreichend.

Für den Handwerker mit schwerer Last: Worauf es bei Drehmoment und Robustheit ankommt

Handwerker, die regelmäßig schwere Lasten transportieren oder Anhänger ziehen, benötigen einen Motor, der auch unter Belastung genügend Kraftreserven bietet. Hier sind die stärkeren Varianten des OM654 die beste Wahl. Sie bieten ein hohes Drehmoment, das für das Anfahren mit voller Beladung oder das Bewältigen von Steigungen unerlässlich ist. Zwar war der alte V6 OM642 für diese Zwecke ebenfalls beliebt, doch die modernen Vierzylinder des OM654 sind in puncto Drehmoment und Effizienz mittlerweile auf Augenhöhe oder sogar darüber und bieten zudem die Vorteile der neueren Technologie und geringeren Emissionen. Achten Sie auf die Modelle mit den höchsten PS- und Nm-Angaben im OM654-Portfolio.

Gebrauchtkauf-Checkliste: So entlarven Sie einen Motor mit versteckten Mängeln

  1. Servicehistorie prüfen: Lassen Sie sich alle Wartungsnachweise zeigen. Fehlen Einträge oder sind die Intervalle zu lang, ist Vorsicht geboten. Achten Sie besonders auf dokumentierte Arbeiten an der Steuerkette (OM651) oder am Ölkühler (OM642).
  2. Motorgeräusche beim Kaltstart: Starten Sie den Motor im kalten Zustand. Achten Sie auf ungewöhnliche Geräusche wie Rasseln (OM651 Steuerkette), Klappern oder Klopfen.
  3. Motorlauf im Leerlauf und unter Last: Läuft der Motor ruhig? Gibt es Aussetzer oder Leistungsverlust beim Beschleunigen? Ein unruhiger Lauf kann auf Probleme mit den Injektoren oder der Kraftstoffzufuhr hindeuten.
  4. Sichtprüfung auf Leckagen: Untersuchen Sie den Motorraum gründlich auf Spuren von Öl, Kühlmittel oder Ruß. Besonders die Bereiche um den Ölkühler (OM642), die Ventildeckel und die Injektoren sollten genau inspiziert werden.
  5. Abgasverhalten prüfen: Achten Sie auf ungewöhnliche Rauchentwicklung (schwarz, blau oder weiß) beim Starten und während der Fahrt.
  6. Funktion von Nebenaggregaten: Testen Sie Klimaanlage, Heizung und alle elektrischen Helfer. Probleme hier können manchmal mit der Motorelektronik zusammenhängen.
  7. Probefahrt machen: Fahren Sie das Fahrzeug auf unterschiedlichen Strecken und bei verschiedenen Geschwindigkeiten. Achten Sie auf Schaltverhalten des Getriebes, Bremsleistung und Fahrwerksgeräusche.
  8. Fehlerspeicher auslesen lassen: Ein wichtiger Schritt ist das Auslesen des Fehlerspeichers durch eine Fachwerkstatt. Hier können versteckte Probleme aufgedeckt werden, die dem Verkäufer vielleicht nicht einmal bewusst sind.

Häufig gestellte Fragen

Der moderne OM654 gilt als sehr zuverlässig mit weniger bekannten Langzeitproblemen. Der OM651 ist robust, hat aber bekannte Schwachstellen wie die Steuerkette.

Häufige Probleme beim OM651 sind Verschleiß der Steuerkette, defekte Injektoren und Probleme mit dem AGR-System. Ein rasselndes Geräusch beim Kaltstart ist ein Warnsignal.

Der OM642 bietet viel Kraft und Laufruhe, hat aber bekannte Probleme wie Ölkühler-Undichtigkeiten. Er wird nicht mehr neu im Sprinter verbaut und ist für die meisten weniger effizient als der OM654.

Prüfen Sie die Servicehistorie, achten Sie auf Motorgeräusche (bes. Kaltstart), sichtbare Leckagen und lassen Sie den Fehlerspeicher auslesen. Spezifische Schwachstellen der Motoren (OM651, OM642) sind hierbei besonders zu beachten.

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Autor Matthias Heinze
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Ich bin Matthias Heinze und bringe über 10 Jahre Erfahrung in der Automobilbranche mit. Während meiner Karriere habe ich umfassende Kenntnisse in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Marktanalysen und Trends in der Mobilität erworben. Mein Studium im Bereich Maschinenbau sowie meine zahlreichen Projekte in der Automobilindustrie haben mir die nötige Expertise verliehen, um fundierte und präzise Informationen zu liefern. Ich spezialisiere mich auf die neuesten Entwicklungen und Innovationen in der Branche, insbesondere im Hinblick auf nachhaltige Mobilität und technologische Fortschritte. Mein Ziel ist es, Leserinnen und Leser über aktuelle Trends und Herausforderungen zu informieren, damit sie fundierte Entscheidungen treffen können. Besonders wichtig ist mir, dass die Informationen, die ich bereitstelle, stets genau und vertrauenswürdig sind. Ich lege großen Wert auf sorgfältige Recherchen und eine klare, verständliche Darstellung komplexer Themen. Durch meine Beiträge auf dml24.de möchte ich dazu beitragen, das Verständnis für die Automobilbranche zu vertiefen und eine engagierte Diskussion über die Zukunft der Mobilität anzuregen.

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