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Matthias Heinze

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19. September 2025

Reifenalter: Wie alt dürfen sie sein? Gesetz & Expertenrat

Reifenalter: Wie alt dürfen sie sein? Gesetz & Expertenrat

Erfahren Sie, wie das Alter Ihrer Autoreifen die Sicherheit maßgeblich beeinflusst und welche gesetzlichen Vorgaben sowie Expertenempfehlungen Sie unbedingt kennen sollten. Dieser Artikel liefert Ihnen präzise Antworten und praktische Anleitungen, um das Alter Ihrer Reifen zu bestimmen und die richtigen Entscheidungen für Ihre Fahrsicherheit zu treffen.

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Keine feste Altersgrenze für Pkw-Reifen aber wichtige Empfehlungen und Ausnahmen beachten

  • Für Pkw-Reifen (Sommer, Winter, Ganzjahr) gibt es in Deutschland keine allgemeine gesetzliche Altersgrenze.
  • Ausnahme: Reifen an Anhängern und Wohnwagen mit 100 km/h-Zulassung dürfen maximal 6 Jahre alt sein.
  • Experten wie der ADAC und der BRV empfehlen den Austausch von Pkw-Reifen spätestens nach 8 bis 10 Jahren, unabhängig von der Profiltiefe.
  • Das Alter Ihrer Reifen erkennen Sie an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke (letzte vier Ziffern: Produktionswoche und -jahr).
  • Alte Reifen verlieren an Elastizität, werden spröde und rissig, was Bremswege verlängert und das Risiko von Reifenschäden erhöht.
  • Beim Kauf gelten Reifen bis zu 3 Jahre nach Produktion als "fabrikneu"; der ADAC rät, keine Reifen zu kaufen, die älter als 2-3 Jahre sind.

Autoreifen Alterung Risse

Warum das Alter Ihrer Reifen wichtiger ist, als Sie denken

Das Alter eines Reifens ist ein oft unterschätzter Sicherheitsfaktor, der weit über die reine Profiltiefe hinausgeht. Ich habe immer wieder festgestellt, dass viele Autofahrer dem Alter ihrer Reifen keine große Beachtung schenken. Doch das Gummimaterial selbst altert, und das hat spürbare Auswirkungen auf die Fahrsicherheit selbst wenn die Reifen optisch noch einwandfrei aussehen. Es ist ein schleichender Prozess, der unsichtbar die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.

Mehr als nur Profiltiefe: Der unsichtbare Feind im Reifengummi

Die Gummimischung, aus der Reifen gefertigt sind, ist komplex und empfindlich. Über die Jahre hinweg wird sie durch Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung, ständige Temperaturschwankungen und den Kontakt mit Sauerstoff langsam aber sicher hart. Dieser natürliche Alterungsprozess führt dazu, dass das Gummi seine Elastizität verliert. Das Tückische daran: Dieser Prozess findet auch statt, wenn ein Reifen kaum gefahren wird oder nur im Lager liegt. Die Leistungsfähigkeit leidet, ohne dass es auf den ersten Blick ersichtlich ist.

Gesetzliche Vorschrift vs. technische Sicherheit: Was wirklich zählt

Hier stoßen wir oft auf einen Konflikt: Die Gesetzeslage ist in Deutschland für die meisten Pkw-Reifen relativ kulant, was das Alter angeht. Doch die technische Sicherheit und die Materialintegrität erfordern oft strengere Maßstäbe. Experten und Prüforganisationen mahnen daher regelmäßig, dass man sich nicht allein auf die Buchstaben des Gesetzes verlassen sollte, wenn es um die eigene Sicherheit geht.

Gibt es ein gesetzliches Verfallsdatum für Reifen?

Diese Frage höre ich oft, und die Antwort ist für viele überraschend klar, wenn auch mit einer wichtigen Einschränkung.

Die allgemeine Regelung für PKW: Eine überraschende Erkenntnis

Für die gängigen Pkw-Reifen seien es Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen gibt es in Deutschland keine allgemeingültige gesetzliche Altersgrenze. Das bedeutet, rein rechtlich gesehen, dürfen Ihre Reifen theoretisch unbegrenzt alt sein, solange sie die Mindestprofiltiefe aufweisen und keine offensichtlichen Mängel wie tiefe Risse oder Beulen haben. Diese Tatsache überrascht viele Autofahrer, die von einer Art "Verfallsdatum" ausgehen.

Die entscheidende Ausnahme: Warum Fahrer von Anhängern und Wohnmobilen aufpassen müssen

Es gibt jedoch eine sehr wichtige Ausnahme, die man unbedingt kennen muss: Reifen an Anhängern und Wohnwagen, die für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zugelassen sind. Für diese Fahrzeuge schreibt der Gesetzgeber vor, dass die Reifen nicht älter als 6 Jahre sein dürfen. Dies liegt an den höheren und oft gleichmäßigeren Belastungen, denen diese Reifen ausgesetzt sind, insbesondere auf Langstreckenfahrten.

Winterreifen und Ganzjahresreifen: Gelten hier andere Regeln?

Nein, bezüglich der gesetzlichen Altersgrenze gelten für Winter- und Ganzjahresreifen exakt dieselben Regeln wie für Sommerreifen. Eine explizite gesetzliche Altersbegrenzung, die über die 6-Jahres-Regel für Anhänger hinausgeht, existiert nicht.

DOT Nummer Reifen Beispiel

So entschlüsseln Sie das wahre Alter Ihrer Reifen: Der DOT-Code-Guide

Das Herstellungsdatum Ihres Reifens selbst zu ermitteln, ist zum Glück keine Hexerei. Mit ein wenig Übung können Sie das Alter Ihrer Reifen jederzeit überprüfen.

Wo finde ich die DOT-Nummer an meinem Reifen?

Die entscheidende Information versteckt sich in der sogenannten DOT-Nummer. Diese finden Sie auf der Seitenwand (Flanke) des Reifens. Sie ist Teil einer längeren Zeichenfolge, die mit "DOT" beginnt und oft in einem leicht erhabenen ovalen Feld oder einfach als Teil der Beschriftung angebracht ist. Sie müssen eventuell ein wenig suchen, aber sie ist da.

Eine einfache Anleitung: Die letzten vier Ziffern verstehen

Für das Alter des Reifens sind die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer ausschlaggebend. Diese Ziffernkombination gibt Ihnen die Kalenderwoche und das Jahr der Herstellung an. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Produktionswoche (eine Zahl zwischen 01 und 52), und die letzten beiden Ziffern für das Produktionsjahr (z.B. 23 für 2023, 24 für 2024).

Praxisbeispiel: Das Geburtsdatum Ihres Reifens sekundenschnell ablesen

Stellen Sie sich vor, Sie sehen auf der Reifenflanke die DOT-Nummer "... 2324". Was bedeutet das? Ganz einfach: Die "23" steht für die 23. Kalenderwoche, und die "24" für das Jahr 2024. Dieser Reifen wurde also in der 23. Kalenderwoche des Jahres 2024 produziert. So einfach ist das!

Was Experten raten: Die magischen Grenzen von 6, 8 und 10 Jahren

Obwohl der Gesetzgeber bei Pkw-Reifen gnädig ist, raten Experten dringend zu einem regelmäßigen Austausch, um die Sicherheit zu gewährleisten. Hier sind die gängigen Empfehlungen führender Organisationen:

Die 6-Jahres-Grenze: Der erste wichtige Checkpoint für Ihre Sicherheit

Das Alter von 6 Jahren ist ein wichtiger erster Checkpoint. Für die bereits erwähnten Anhänger und Wohnwagen mit 100 km/h-Zulassung ist dies sogar die gesetzlich vorgeschriebene Obergrenze. Aber auch bei Pkw-Reifen sollten Sie ab diesem Alter besonders aufmerksam werden und die Reifen regelmäßig auf Alterungserscheinungen prüfen lassen.

Spätestens nach 8 Jahren: Warum ADAC & Co. zum Austausch raten

Der ADAC, die größte Automobilorganisation Europas, empfiehlt ganz klar, Pkw-Reifen spätestens nach 8 bis 10 Jahren zu ersetzen. Nach 8 Jahren ist die Materialermüdung oft so weit fortgeschritten, dass die Leistungsfähigkeit des Reifens signifikant nachlässt. Ein Austausch ist dann dringend angeraten, selbst wenn das Profil noch wie neu aussieht.

Die absolute Obergrenze: Warum nach 10 Jahren definitiv Schluss sein sollte

Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) setzt die absolute Obergrenze bei 10 Jahren. Nach diesem Alter ist das Risiko durch Materialalterung so hoch, dass ein Reifen definitiv nicht mehr sicher ist und ausgetauscht werden muss. Das ist keine Empfehlung mehr, sondern eine klare Sicherheitsansage.

Die schleichenden Gefahren: Was passiert, wenn ein Reifen altert?

Die Alterung des Reifengummis ist kein rein kosmetisches Problem. Sie hat handfeste physikalische Konsequenzen, die Ihre Sicherheit auf der Straße direkt beeinflussen.

Von Rissen und Porosität: Die sichtbaren Zeichen der Alterung

Wenn das Gummi aushärtet, wird es spröde. Dies äußert sich oft in feinen Rissen, die sowohl in der Seitenwand als auch zwischen den Profilblöcken auftreten können. Auch eine zunehmende Porosität des Materials ist eine Folge der Alterung. Der TÜV achtet bei der Hauptuntersuchung genau auf solche Mängel, da sie die strukturelle Integrität des Reifens beeinträchtigen.

Verlängerter Bremsweg: Wie altes Gummi bei Nässe versagt

Die veränderte Gummimischung verliert ihre Fähigkeit, optimalen Grip aufzubauen. Das ist besonders bei Nässe dramatisch. Die Haftung nimmt ab, und der Bremsweg verlängert sich spürbar. Das bedeutet, dass Sie im Ernstfall deutlich später zum Stehen kommen ein potenziell lebensgefährlicher Unterschied.

Das Worst-Case-Szenario: Das Risiko eines Reifenplatzers bei hoher Geschwindigkeit

Die strukturelle Integrität eines alten Reifens ist stark beeinträchtigt. Das Material kann spröde und ermüdet sein. Dies erhöht das Risiko eines plötzlichen Reifenplatzers, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten oder starker Belastung. Ein solcher Vorfall kann katastrophale Folgen haben und zu einem Kontrollverlust über das Fahrzeug führen.

Augen auf beim Reifenkauf: Wie alt darf ein "fabrikneuer" Reifen wirklich sein?

Auch beim Kauf neuer Reifen sollten Sie das Alter im Auge behalten. Nicht jeder Reifen, der im Regal liegt, ist auch frisch von der Produktion.

Die 3-Jahres-Regel: Was als "fabrikneu" verkauft werden darf

In der Reifenbranche gilt eine gängige Regelung: Reifen dürfen bei sachgemäßer Lagerung bis zu 3 Jahre nach dem Herstellungsdatum als "fabrikneu" verkauft werden. Bis zu einem Alter von 5 Jahren dürfen sie noch als "neu" bezeichnet werden. Das bedeutet, dass ein Händler Ihnen durchaus einen Reifen verkaufen darf, der schon ein oder zwei Jahre alt ist.

Tipps für den Kauf: So stellen Sie sicher, dass Sie keine Ladenhüter erhalten

  • Prüfen Sie immer die DOT-Nummer des Reifens, bevor Sie ihn kaufen. Lassen Sie sich nicht abschrecken, das Alter herauszufinden.
  • Fragen Sie den Händler explizit nach dem Herstellungsdatum. Ein seriöser Händler wird Ihnen diese Information gerne geben.
  • Beachten Sie die Empfehlung des ADAC: Kaufen Sie keine Reifen, die bereits älter als 2-3 Jahre sind. So stellen Sie sicher, dass Sie die maximale Nutzungsdauer aus Ihren neuen Reifen herausholen.
  • Achten Sie auch bei vermeintlich neuen Reifen auf sichtbare Alterungserscheinungen. Kleine oberflächliche Risse sind ein Warnsignal.

Runderneuerte Reifen: Eine günstige Alternative mit einem Alters-Haken?

Runderneuerte Reifen sind eine kostengünstigere Alternative, bei der eine neue Lauffläche auf eine gebrauchte Karkasse aufgebracht wird. Hier liegt das Problem oft im Verborgenen: Das Alter der Karkasse ist für den Käufer meist nicht transparent ersichtlich. Da die Karkasse das tragende Element des Reifens ist, birgt ein hohes Alter hier ein potenzielles Sicherheitsrisiko. Seien Sie bei runderneuerten Reifen besonders vorsichtig und kaufen Sie nur bei absolut vertrauenswürdigen Anbietern.

Ihre Checkliste für die Reifensicherheit

Um sicher durch alle Jahreszeiten zu kommen, sollten Sie Ihre Reifen regelmäßig überprüfen. Hier ist eine praktische Checkliste:

Sichtprüfung: Worauf Sie neben dem Alter noch achten müssen

  • Profiltiefe: Kontrollieren Sie regelmäßig die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Experten empfehlen jedoch mindestens 3-4 mm für eine sichere Fahrt, gerade bei Nässe.
  • Beschädigungen: Suchen Sie nach Schnitten, Beulen, Rissen in der Seitenwand oder Fremdkörpern, die sich im Profil festgesetzt haben.
  • Unregelmäßiger Verschleiß: Achten Sie auf einseitigen oder ungleichmäßigen Profilabrieb. Dies kann ein Indikator für Probleme mit der Fahrwerkseinstellung oder der Radaufhängung sein.
  • Ventile: Überprüfen Sie die Ventile auf Risse oder Beschädigungen, da hierüber Luft entweichen kann.
  • Luftdruck: Kontrollieren Sie den Reifendruck regelmäßig gemäß den Angaben des Fahrzeugherstellers. Ein falscher Luftdruck beeinträchtigt das Fahrverhalten und erhöht den Verschleiß.

Der TÜV und alte Reifen: Wann der Prüfer "Nein" sagt

Der TÜV hat zwar keine feste gesetzliche Altersgrenze für Reifen im Gepäck. Aber die Prüfer achten sehr genau auf den Zustand. Reifen mit deutlichen Alterungserscheinungen wie tiefen Rissen, starker Porosität oder sichtbaren Ablösungen werden als erheblicher Mangel eingestuft. In solchen Fällen wird die Hauptuntersuchung nicht bestanden, und Sie erhalten keine Plakette. Die Verkehrssicherheit steht hier klar im Vordergrund.

Zusammenfassende Handlungsempfehlung: Sicher durch alle Jahreszeiten

Um auf Nummer sicher zu gehen und Ihre Fahrtüchtigkeit zu gewährleisten, hier noch einmal die wichtigsten Empfehlungen im Überblick:

  • Prüfen Sie das Reifenalter regelmäßig anhand der DOT-Nummer.
  • Tauschen Sie Pkw-Reifen spätestens nach 8-10 Jahren aus. Bei Anhängern mit 100 km/h-Zulassung gilt die 6-Jahres-Grenze.
  • Führen Sie regelmäßige Sichtprüfungen auf Beschädigungen und Alterungserscheinungen durch.
  • Achten Sie beim Kauf neuer Reifen auf ein möglichst geringes Herstellungsdatum (nicht älter als 2-3 Jahre).
  • Lassen Sie Ihre Reifen bei Unsicherheiten immer von einem Fachmann überprüfen.

Häufig gestellte Fragen

Nein, für PKW-Reifen (Sommer, Winter, Ganzjahr) gibt es in Deutschland keine allgemeine gesetzliche Altersgrenze. Eine Ausnahme gilt für Anhänger/Wohnwagen mit 100 km/h-Zulassung (max. 6 Jahre).

Das Alter erkennen Sie an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke. Die letzten vier Ziffern geben Produktionswoche und -jahr an (z.B. "2324" für 23. Woche 2024).

Experten wie der ADAC empfehlen, PKW-Reifen spätestens nach 8 bis 10 Jahren zu ersetzen, auch wenn das Profil noch gut ist. Der BRV rät zu einem Austausch nach maximal 10 Jahren.

Ja, alte Reifen verlieren an Elastizität, werden spröde und rissig. Dies verlängert den Bremsweg und erhöht das Risiko von Reifenschäden oder einem Platzen.

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Autor Matthias Heinze
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Ich bin Matthias Heinze und bringe über 10 Jahre Erfahrung in der Automobilbranche mit. Während meiner Karriere habe ich umfassende Kenntnisse in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Marktanalysen und Trends in der Mobilität erworben. Mein Studium im Bereich Maschinenbau sowie meine zahlreichen Projekte in der Automobilindustrie haben mir die nötige Expertise verliehen, um fundierte und präzise Informationen zu liefern. Ich spezialisiere mich auf die neuesten Entwicklungen und Innovationen in der Branche, insbesondere im Hinblick auf nachhaltige Mobilität und technologische Fortschritte. Mein Ziel ist es, Leserinnen und Leser über aktuelle Trends und Herausforderungen zu informieren, damit sie fundierte Entscheidungen treffen können. Besonders wichtig ist mir, dass die Informationen, die ich bereitstelle, stets genau und vertrauenswürdig sind. Ich lege großen Wert auf sorgfältige Recherchen und eine klare, verständliche Darstellung komplexer Themen. Durch meine Beiträge auf dml24.de möchte ich dazu beitragen, das Verständnis für die Automobilbranche zu vertiefen und eine engagierte Diskussion über die Zukunft der Mobilität anzuregen.

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