Dachträger sind praktisch für den Transport von Sportgeräten oder Gepäck, doch viele Autofahrer vergessen, sie nach Gebrauch zu entfernen. Dieser Artikel beleuchtet, wie ein leerer Dachträger den Kraftstoffverbrauch erheblich steigert und wie Sie durch einfache Demontage bares Geld sparen können.
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Dachträger abmontieren spart deutlich Sprit bis zu 20 % weniger Verbrauch möglich
- Ein leerer Dachträger oder Skihalter kann den Kraftstoffverbrauch bei höheren Geschwindigkeiten um 10 % bis 20 % erhöhen.
- Dies entspricht bei 120 km/h einem Mehrverbrauch von etwa 2 Litern pro 100 Kilometer.
- Der Hauptgrund ist der erhöhte aerodynamische Widerstand, der mit steigender Geschwindigkeit überproportional zunimmt.
- Automobilclubs wie der ADAC empfehlen die Demontage nach Gebrauch als einfache und effektive Sparmaßnahme.
- Moderne Trägersysteme lassen sich in der Regel schnell und unkompliziert, oft in 5-10 Minuten, entfernen.

Warum Ihr leeres Dach den Spritverbrauch erhöht
Als Matthias Heinze kann ich aus Erfahrung sagen: Es ist erstaunlich, wie sehr ein eigentlich unscheinbares Zubehörteil wie ein leerer Dachträger die Effizienz unseres Fahrzeugs beeinträchtigen kann. Die Gründe dafür sind physikalischer Natur und hängen eng mit der Art und Weise zusammen, wie ein Auto durch die Luft gleitet.
Die unsichtbare Bremse: Dachträger und Aerodynamik
Ein Dachträger, selbst wenn er leer ist, stört die aerodynamische Form Ihres Fahrzeugs erheblich. Er wirkt wie ein kleiner Bremsfallschirm, der die Luftströmung um das Auto herum negativ beeinflusst. Dies führt zu einem Anstieg des Luftwiderstands dem sogenannten cW-Wert und vergrößert die Stirnfläche des Fahrzeugs. Stellen Sie sich vor, Sie versuchen, mit einem breiten Schild gegen den Wind anzukämpfen; genau das passiert mit Ihrem Auto, wenn ein Dachträger montiert ist. Der Motor muss dadurch mehr Kraft aufwenden, um die gewünschte Geschwindigkeit zu halten, was sich direkt in einem höheren Kraftstoffverbrauch niederschlägt. Besonders tückisch ist, dass dieser Effekt mit zunehmender Geschwindigkeit überproportional ansteigt. Das bedeutet, auf der Autobahn bei Tempo 130 km/h sind die Auswirkungen weitaus gravierender als bei 80 km/h auf der Landstraße.
Mehr als nur Leeres Gewicht: Der doppelte Effekt auf Ihren Verbrauch
Neben dem deutlich spürbaren aerodynamischen Widerstand spielt auch das zusätzliche Leergewicht des Dachträgers eine Rolle, wenn auch eine untergeordnete. Ein typischer Grundträger wiegt zwischen 4 und 6 Kilogramm. Wenn Sie zusätzlich eine leere Dachbox montiert haben, kommen nochmals 15 bis 25 Kilogramm hinzu. Dieses zusätzliche Gewicht muss vom Motor mitbewegt werden, was den Kraftstoffverbrauch ebenfalls leicht erhöht. Der Hauptverursacher des Mehrverbrauchs ist aber eindeutig der erhöhte Luftwiderstand.
Fakten auf dem Prüfstand: Die Empfehlungen des ADAC
Es ist beruhigend zu wissen, dass anerkannte Institutionen wie der ADAC diese Thematik ernst nehmen und klare Empfehlungen aussprechen. Die Experten dort raten einstimmig dazu, Dachaufbauten wie Dachträger oder Skihalter nach Gebrauch umgehend zu demontieren. Sie bestätigen, dass dies eine der einfachsten und gleichzeitig effektivsten Methoden ist, um den eigenen Kraftstoffverbrauch spürbar zu senken, ohne dabei auf Komfort oder Sicherheit verzichten zu müssen.
Wie viel Sprit kostet ein Dachträger wirklich?
Viele Autofahrer fragen sich, ob sich der Aufwand der Demontage wirklich lohnt. Die Antwort ist ein klares Ja, besonders wenn man die Zahlen betrachtet und die eigenen Fahrgewohnheiten berücksichtigt. Die Kosten sind nämlich nicht zu unterschätzen, vor allem auf längeren Strecken bei höheren Geschwindigkeiten.
Stadtverkehr vs. Autobahn: Wann der Dachträger am teuersten ist
Der entscheidende Faktor ist die Geschwindigkeit. Im zähfließenden Stadtverkehr, wo man selten über 50-60 km/h fährt, ist der zusätzliche Luftwiderstand eines Dachträgers kaum spürbar. Sobald Sie jedoch auf Landstraßen oder gar Autobahnen unterwegs sind, spielt er seine volle, negative Wirkung aus. Hier gilt die Faustregel: Eine Verdopplung der Geschwindigkeit führt zu einer Vervierfachung des Luftwiderstands. Das bedeutet, bei 120 km/h ist der Widerstand durch den Dachträger viermal so hoch wie bei 60 km/h. Dies schlägt sich direkt im Verbrauch nieder.
Rechnen Sie nach: So ermitteln Sie Ihre persönliche Ersparnis
Um Ihre persönliche Ersparnis zu ermitteln, können Sie eine einfache Rechnung aufstellen. Gehen wir davon aus, dass ein leerer Dachträger Ihren Verbrauch bei Autobahngeschwindigkeit (z. B. 120 km/h) um etwa 10 % erhöht. Wenn Ihr Fahrzeug normalerweise 7 Liter auf 100 Kilometer verbraucht, wären das 0,7 Liter Mehrverbrauch. Bei einem Benzinpreis von 1,80 € pro Liter wären das 1,26 € Mehrkosten pro 100 Kilometer. Fahren Sie beispielsweise 10.000 Kilometer im Jahr auf der Autobahn, summieren sich diese Kosten auf rund 126 €! Wenn der Mehrverbrauch sogar 20 % beträgt, verdoppelt sich diese Summe. Überlegen Sie, wie viele Kilometer Sie jährlich auf Autobahnen zurücklegen und wie hoch der aktuelle Spritpreis ist, um Ihre individuelle Ersparnis zu berechnen.

Grundträger, Skihalter oder Dachbox: Unterschiede im Verbrauch
Nicht jeder Dachaufbau ist gleich. Die Form und Größe beeinflussen den Luftwiderstand und damit den Mehrverbrauch:
- Grundträger (nur die Querträger): Selbst ein leerer Grundträger kann den Kraftstoffverbrauch um bis zu 10 % erhöhen.
- Skihalter: Ähnlich wie Grundträger, je nach Bauart und Anbringung.
- Dachbox (leer): Eine leere Dachbox ist oft aerodynamisch ungünstiger als ein reiner Grundträger und kann den Verbrauch um 15-20 % steigern.
Die einfache Lösung: Dachträger demontieren und sparen
Angesichts der spürbaren Mehrkosten, die ein leerer Dachträger verursacht, stellt sich die Frage: Ist die Demontage wirklich so aufwendig, wie viele befürchten? Die gute Nachricht ist: In den allermeisten Fällen ist sie das nicht.
Moderne Systeme: Ist die Demontage kompliziert?
Die Hersteller von Dachträgersystemen haben längst erkannt, dass Kunden Wert auf einfache Handhabung legen. Moderne Systeme sind daher so konzipiert, dass sie sich schnell und unkompliziert montieren und demontieren lassen. Das lästige Hantieren mit Werkzeugen oder komplizierten Anleitungen gehört meist der Vergangenheit an.
Eine Sache von Minuten: Schnelle Demontage in wenigen Schritten
Die Demontage eines typischen Dachträgers ist oft in 5 bis 10 Minuten erledigt. Im Allgemeinen läuft es so ab:
- Lösen Sie die Befestigungselemente an den Türen oder im Türrahmen. Oft sind dies Hebel oder Drehknöpfe.
- Entnehmen Sie die Trägerstangen von den Befestigungspunkten.
- Verstauen Sie die Kleinteile und Träger sicher.
Es ist wirklich ein überschaubarer Aufwand, der sich finanziell schnell auszahlt.
Wohin mit dem Träger? Tipps zur richtigen Lagerung
Damit Ihr Dachträger lange hält und beim nächsten Einsatz bereit ist, sollten Sie ihn richtig lagern:
- Trocken und sauber: Lagern Sie den Träger an einem trockenen Ort, um Rostbildung zu vermeiden. Reinigen Sie ihn vor der Einlagerung von Schmutz und Salz.
- Schutz vor Beschädigung: Bewahren Sie ihn so auf, dass er nicht zerkratzt oder verbogen wird. Eine Abdeckung oder die Originalverpackung kann hier helfen.
- Vollständig: Lagern Sie alle Kleinteile und Schrauben zusammen, damit Sie bei der nächsten Montage nichts suchen müssen.
Mythen und häufige Fehler rund um Dachträger
Immer wieder höre ich von Autofahrern, die bestimmte Annahmen über Dachträger haben, die schlichtweg falsch sind. Diese Missverständnisse führen dazu, dass die Träger unnötig lange auf dem Dach verbleiben und bares Geld kosten.
Mythos: "Bei meinem SUV macht das doch keinen Unterschied!"
Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Auch wenn SUVs von Haus aus oft etwas weniger aerodynamisch sind als flache Limousinen, so ist der prozentuale Anstieg des Luftwiderstands durch einen Dachträger dennoch signifikant. Bei aerodynamisch optimierten Fahrzeugen wie vielen Elektroautos oder modernen Kombis ist der Effekt sogar noch stärker, da hier die Grundform des Fahrzeugs bereits auf minimale Reibung ausgelegt ist. Kurz gesagt: Ein Dachträger verschlechtert die Aerodynamik bei jedem Fahrzeugtyp.
Der Denkfehler: "Für die paar Tage lasse ich ihn einfach drauf."
Das Argument "Für die paar Tage" höre ich oft. Doch gerade diese "paar Tage" können es in sich haben. Wenn diese Tage auf eine Urlaubsfahrt mit viel Autobahnanteil fallen, summieren sich die Mehrkosten schnell. Bedenken Sie, dass die Demontage nur wenige Minuten dauert. Es ist eine kleine Mühe, die sich finanziell auszahlt und außerdem die Lebensdauer des Dachträgers schont.
Sicherheit geht vor: Korrekte Montage und Demontage
Neben der Kraftstoffersparnis ist die korrekte Montage und Demontage auch aus Sicherheitsgründen essenziell. Ein schlecht befestigter Dachträger kann sich bei höheren Geschwindigkeiten lösen und eine Gefahr für den nachfolgenden Verkehr darstellen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Anleitung Ihres Trägers genau zu befolgen.
Eine kluge Gewohnheit: Warum Dachträger nach Gebrauch abmontieren?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Abmontieren des Dachträgers nach Gebrauch weit mehr ist als eine kleine Geste. Es ist eine kluge Gewohnheit, die sich auf vielfältige Weise auszahlt. Sie sparen bares Geld durch einen reduzierten Kraftstoffverbrauch, tragen aktiv zum Umweltschutz bei, indem Sie unnötige Emissionen vermeiden, und verlängern zudem die Lebensdauer Ihres Dachträgers. Machen Sie es sich zur Regel: Sobald der Transport erledigt ist, kommt der Träger ab. Ihr Geldbeutel und die Umwelt werden es Ihnen danken.
