dml24.de
dml24.dearrow right†Kraftstoffarrow right†Synthetische Kraftstoffe: Was sind E-Fuels und wie werden sie hergestellt?
Matthias Heinze

Matthias Heinze

|

29. August 2025

Synthetische Kraftstoffe: Was sind E-Fuels und wie werden sie hergestellt?

Synthetische Kraftstoffe: Was sind E-Fuels und wie werden sie hergestellt?

Inhaltsverzeichnis

Synthetische Kraftstoffe, oft als E-Fuels oder Power-to-X (PtX)-Kraftstoffe bezeichnet, sind flüssige oder gasförmige Kraftstoffe, die künstlich hergestellt werden. Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen, die aus Erdöl gewonnen werden, basieren sie nicht auf Rohöl. Der grundlegende Herstellungsprozess, insbesondere für E-Fuels, ist das Power-to-Liquid-Verfahren. Dieses besteht aus zwei Hauptschritten: Wasserstoff-Elektrolyse und Fischer-Tropsch-Synthese. Mit Hilfe von Strom, idealerweise aus erneuerbaren Quellen wie Wind oder Sonne, wird Wasser (H2O) in seine Bestandteile Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) zerlegt. Dieser grüne Wasserstoff ist der primäre Energieträger. Der gewonnene Wasserstoff wird dann mit Kohlendioxid (CO2) zur Reaktion gebracht. Das CO2 kann direkt aus der Atmosphäre (Direct Air Capture), aus Industrieabgasen oder aus biogenen Quellen gewonnen werden. In der Synthese verbinden sich Wasserstoff und Kohlenstoff zu langen Kohlenwasserstoffketten. Daraus entsteht ein synthetisches Rohöl (Blue Crude), das anschließend zu standardisierten Kraftstoffen wie E-Benzin, E-Diesel oder E-Kerosin weiterverarbeitet (raffiniert) wird. Chemisch gesehen bestehen synthetische Kraftstoffe also aus Kohlenwasserstoffverbindungen, genau wie ihre fossilen Gegenstücke. Der entscheidende Unterschied liegt in der Herkunft der Bausteine: Statt fossilem Kohlenstoff aus der Erde wird Kohlenstoff aus dem aktuellen Kreislauf (Atmosphäre, Biomasse) verwendet. Bei der Verbrennung wird daher nur so viel CO2 freigesetzt, wie zuvor für die Herstellung gebunden wurde, was sie potenziell CO2-neutral macht, sofern für die Produktion ausschließlich erneuerbare Energie genutzt wird. Die Vorteile von E-Fuels liegen in ihrer hohen Energiedichte und der Möglichkeit, die bestehende Tankstelleninfrastruktur und Fahrzeugflotte (Verbrennungsmotoren) weiter zu nutzen. Sie verbrennen zudem oft sauberer als herkömmliche Kraftstoffe, mit geringeren Emissionen von Ruß und Stickoxiden. Die größten Herausforderungen sind der sehr hohe Energieaufwand bei der Herstellung und die damit verbundenen hohen Kosten. Der Wirkungsgrad vom Stromeinsatz bis zum Rad ist im Vergleich zur direkten Nutzung des Stroms in einem Elektroauto sehr gering. Aktuell liegen die Produktionskosten für einen Liter E-Fuel noch bei mehreren Euro, was sie für den breiten Einsatz im Pkw-Sektor unwirtschaftlich macht. Der Fokus für den Einsatz liegt daher vorerst auf Bereichen, die schwer zu elektrifizieren sind, wie dem Flug- und Schiffsverkehr sowie dem Schwerlasttransport. In Deutschland und der EU wird die Rolle von E-Fuels kontrovers diskutiert, insbesondere im Hinblick auf das Verbrenner-Aus für Neuwagen ab 2035.

Synthetische Kraftstoffe: Eine Mischung aus Wasserstoff und CO2 für die Mobilität der Zukunft

  • E-Fuels sind künstlich hergestellte Kraftstoffe aus Wasserstoff und CO2, nicht aus Erdöl.
  • Der Herstellungsprozess (Power-to-Liquid) nutzt erneuerbaren Strom zur Gewinnung von Wasserstoff aus Wasser und bindet CO2 aus der Atmosphäre oder Industrie.
  • Chemisch ähneln sie Benzin/Diesel und können in bestehenden Verbrennungsmotoren verwendet werden.
  • Sie gelten als potenziell CO2-neutral, da bei der Verbrennung nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie zuvor gebunden wurde.
  • Herausforderungen sind der hohe Energiebedarf, die geringe Effizienz und die hohen Kosten, weshalb sie vorrangig für Luft- und Schifffahrt gedacht sind.

Schema: Herstellung synthetischer Kraftstoffe, Power-to-Liquid Prozess

Die Grundbausteine: Warum Wasser und CO2 die neuen Ölquellen sind

Synthetische Kraftstoffe sind keine zufällige Erfindung, sondern das Ergebnis gezielter chemischer Prozesse. Anders als herkömmliche Kraftstoffe, die wir aus tiefen Erdschichten fördern, werden E-Fuels künstlich hergestellt. Die zentralen Rohstoffe dafür sind denkbar einfach und doch fundamental: Wasser und Kohlendioxid (CO2). Man könnte sie tatsächlich als die neuen "Ölquellen" bezeichnen, denn sie liefern die essenziellen Bausteine für die Energieträger der Zukunft. Wasser ist die Quelle für Wasserstoff (H2), ein leichtes und energiereiches Gas. CO2 hingegen liefert den Kohlenstoff (C), der in fast allen organischen Molekülen, einschließlich Kraftstoffen, vorkommt. Indem wir diese beiden Stoffe miteinander verbinden, erschaffen wir Moleküle, die unseren heutigen Kraftstoffen ähneln, aber aus einem deutlich nachhaltigeren Kreislauf stammen.

Schritt-für-Schritt erklärt: Der Weg von Ökostrom zu flüssigem E-Fuel

Der Weg von einfachen Molekülen wie Wasser und CO2 zu flüssigem E-Fuel ist ein faszinierender Prozess, der als Power-to-Liquid (PtL) bekannt ist. Im Grunde handelt es sich um einen zweistufigen Vorgang, der jedoch stark auf die Verfügbarkeit von Energie angewiesen ist. Zuerst kommt die Wasserelektrolyse. Hierbei wird Wasser mithilfe von elektrischem Strom in seine Bestandteile Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) zerlegt. Entscheidend ist hierbei, dass der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt nur so sprechen wir von "grünem" Wasserstoff. Im zweiten Schritt, der sogenannten Fischer-Tropsch-Synthese, wird dieser grüne Wasserstoff mit Kohlendioxid (CO2) zur Reaktion gebracht. Durch diesen Prozess entstehen Kohlenwasserstoffketten, die dann zu flüssigen Kraftstoffen wie Benzin, Diesel oder Kerosin weiterverarbeitet werden. Die Notwendigkeit von erneuerbarem Strom ist hierbei nicht zu unterschätzen; sie ist das Fundament des gesamten Konzepts und entscheidend für die Umweltbilanz.

Ist das wirklich "sauber"? Die CO2-Neutralität von E-Fuels auf dem Prüfstand

Die Frage nach der Sauberkeit von E-Fuels führt uns zum Konzept der potenziellen CO2-Neutralität. Was bedeutet das genau? Ganz einfach: Bei der Verbrennung eines E-Fuels wird nur so viel Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre freigesetzt, wie zuvor bei seiner Herstellung gebunden wurde. Stellen Sie sich einen geschlossenen Kreislauf vor. Wenn wir CO2 aus der Luft entnehmen, um E-Fuels zu produzieren, und dieses CO2 bei der späteren Verbrennung wieder freisetzen, dann ist der Nettoeffekt auf die CO2-Konzentration in der Atmosphäre null. Dies gilt jedoch nur unter einer ganz entscheidenden Bedingung: Die gesamte Produktionskette, von der Stromerzeugung bis zur Synthese, muss zu 100 % auf erneuerbaren Energien basieren. Wird für die Herstellung fossiler Strom genutzt, verschlechtert sich die CO2-Bilanz erheblich und die Idee der Klimaneutralität ist dahin.

Der chemische Zwilling: Wie ähnlich sind E-Fuels Benzin und Diesel?

Die molekulare Struktur: Warum Ihr Motor den Unterschied nicht merkt

Wenn wir von synthetischen Kraftstoffen sprechen, ist es wichtig zu verstehen, dass sie chemisch gesehen keine völlig neuen Substanzen sind. Sie bestehen, genau wie fossiles Benzin oder Diesel, aus Kohlenwasserstoffverbindungen. Das bedeutet, ihre molekulare Struktur ähnelt der von Kraftstoffen, die wir seit Jahrzehnten kennen. Diese Ähnlichkeit ist kein Zufall, sondern ein gewollter Effekt. Sie ermöglicht es, dass synthetische Kraftstoffe, sobald sie die richtige Raffinierung durchlaufen haben, in den Motoren eingesetzt werden können, die wir heute in unseren Fahrzeugen haben und das ohne größere Anpassungen. Ihr Motor wird den "synthetischen Zwilling" kaum von seinem fossilen Pendant unterscheiden können, da die grundlegenden chemischen Eigenschaften für die Verbrennung im Motor nahezu identisch sind.

Sauberere Verbrennung: Weniger Ruß und Stickoxide als bei fossilen Kraftstoffen?

Ein oft übersehener, aber wichtiger Vorteil von synthetischen Kraftstoffen liegt in ihrer Verbrennung. Aufgrund ihrer reineren Zusammensetzung und der präzisen Steuerung während des Herstellungsprozesses verbrennen E-Fuels tendenziell sauberer als ihre fossilen Gegenstücke. Dies äußert sich in geringeren Emissionen von schädlichen Nebenprodukten. Insbesondere die Freisetzung von Rußpartikeln und Stickoxiden (NOx) kann reduziert werden. Dies ist ein wichtiger Aspekt, da diese Emissionen nicht nur die Luftqualität beeinträchtigen, sondern auch gesundheitliche Probleme verursachen können. Eine sauberere Verbrennung ist somit ein weiterer Pluspunkt auf der Habenseite von E-Fuels, der zur Verbesserung der lokalen Luftqualität beitragen kann.

Drop-in-Fähigkeit: Die Vorteile für bestehende Tankstellen und Fahrzeuge

Ein Begriff, der im Zusammenhang mit E-Fuels immer wieder fällt, ist die "Drop-in-Fähigkeit". Was verbirgt sich dahinter? Es bedeutet schlichtweg, dass synthetische Kraftstoffe direkt in die bestehende Infrastruktur integriert werden können. Sie sind kompatibel mit den Zapfsäulen an unseren Tankstellen und können in den meisten Fahrzeugen ohne Umbauten getankt werden. Dies ist ein enormer praktischer Vorteil. Wir müssen keine neuen Tankstellennetze aufbauen oder Millionen von Fahrzeugen umrüsten. E-Fuels können theoretisch einfach in das bestehende System eingespeist werden, was den Übergang zu nachhaltigeren Kraftstoffen deutlich erleichtert und beschleunigt. Diese Kompatibilität ist ein Schlüsselargument für ihre Akzeptanz und den potenziellen Einsatz, insbesondere in Übergangsphasen.

Der Herstellungsprozess im Detail: Ein Blick hinter die Kulissen der E-Fuel-Produktion

Synthetische Kraftstoffe sind das Ergebnis eines komplexen, aber faszinierenden Herstellungsprozesses. Es ist kein Hexenwerk, sondern angewandte Chemie und Ingenieurskunst, die auf erneuerbaren Energien basiert. Lassen Sie uns die einzelnen Schritte genauer betrachten, um zu verstehen, wie aus einfachen Elementen vollwertige Kraftstoffe entstehen.

Infografik: Wasserelektrolyse und Fischer-Tropsch-Synthese

Schritt 1: Grüne Energie als Fundament Warum ohne Wind- & Solarenergie nichts geht

Das Fundament für die Herstellung von E-Fuels ist die Energiequelle. Ohne erneuerbare Energien wie Wind- und Solarkraft ist das gesamte Konzept der CO2-Neutralität hinfällig. Nur wenn der Strom, der für die nachfolgenden Prozesse benötigt wird, zu 100 % aus nachhaltigen Quellen stammt, können wir von einer umweltfreundlichen Produktion sprechen. Diese grüne Energie ist der treibende Motor, der die chemischen Reaktionen ermöglicht und die Rohstoffe in Kraftstoff umwandelt. Die Verfügbarkeit und der Ausbau von erneuerbaren Energiekapazitäten sind daher entscheidend für die Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit von E-Fuels.

Schritt 2: Die Wasserelektrolyse Wie aus Wasser reiner Wasserstoff wird

Der erste große Schritt ist die Gewinnung von Wasserstoff. Dies geschieht durch die Wasserelektrolyse. Dabei wird Wasser (H2O) in seine chemischen Bestandteile zerlegt: Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2). Dieser Prozess benötigt elektrischen Strom. Wenn dieser Strom aus erneuerbaren Quellen stammt, sprechen wir von "grünem" Wasserstoff. Der Wasserstoff ist ein leichtes, aber energiereiches Gas und dient als zentraler Energieträger für die Synthese. Er ist sozusagen das Rückgrat, an das später der Kohlenstoff aus dem CO2 gebunden wird. Die Effizienz der Elektrolyseure spielt hierbei eine wichtige Rolle, um möglichst viel Wasserstoff aus der eingesetzten Energie zu gewinnen.

Schritt 3: CO2-Ernte Woher kommt das Kohlenstoffdioxid für den Kraftstoff?

Der zweite essenzielle Baustein ist das Kohlendioxid (CO2). Für die Herstellung von E-Fuels gibt es verschiedene Quellen, aus denen das CO2 gewonnen werden kann. Eine Methode ist das Direct Air Capture (DAC), bei dem CO2 direkt aus der Umgebungsluft gefiltert wird. Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung von CO2, das als Abfallprodukt in Industrieabgasen entsteht, beispielsweise in Zementwerken oder Kraftwerken. Auch biogene Quellen, wie zum Beispiel aus der Vergärung von Biomasse gewonnene CO2-Ströme, können verwendet werden. Die Wahl der CO2-Quelle hat Einfluss auf die gesamte Ökobilanz des synthetischen Kraftstoffs, wobei die direkte Entnahme aus der Atmosphäre als besonders zukunftsweisend gilt, da sie aktiv CO2 aus der Atmosphäre entfernt.

Schritt 4: Die Fischer-Tropsch-Synthese Das Herzstück der Umwandlung

Nun kommen wir zum Kernstück der E-Fuel-Produktion: der Fischer-Tropsch-Synthese. Hierbei werden der zuvor gewonnene Wasserstoff (H2) und das Kohlendioxid (CO2) unter bestimmten Bedingungen (Temperatur, Druck, Katalysator) zur Reaktion gebracht. Das Ergebnis sind längere Kohlenwasserstoffketten ein synthetisches Rohöl, oft als "Blue Crude" bezeichnet. Dieses synthetische Rohöl ist noch nicht direkt als Kraftstoff nutzbar. Es muss anschließend in einer Raffinerie weiterverarbeitet werden, ähnlich wie bei der Verarbeitung von Erdöl. Durch Destillation und weitere Prozesse wird es in die gängigen Kraftstoffarten wie E-Benzin, E-Diesel oder E-Kerosin aufgetrennt und aufbereitet.

Lesen Sie auch: E5 vs. E10: Was ist besser für Ihr Auto? Kosten & Verträglichkeit

Vorteile und Nachteile: Die ungeschminkte Wahrheit über synthetische Kraftstoffe

Wie bei jeder neuen Technologie gibt es auch bei synthetischen Kraftstoffen eine klare Pro- und Contra-Seite. Es ist wichtig, diese nüchtern zu betrachten, um ihre Rolle in der zukünftigen Mobilität realistisch einschätzen zu können.

Die Pro-Seite: Klimaschutz, Infrastruktur und schwer elektrifizierbare Sektoren

  • Beitrag zum Klimaschutz: Bei einer Produktion, die ausschließlich auf erneuerbaren Energien basiert, sind E-Fuels potenziell CO2-neutral. Sie können helfen, die Emissionen im Verkehrssektor zu senken, ohne auf Verbrennungsmotoren verzichten zu müssen.
  • Nutzung bestehender Infrastruktur: Ein entscheidender Vorteil ist die Kompatibilität mit der vorhandenen Tankstelleninfrastruktur und den Fahrzeugflotten. Dies reduziert den Aufwand für den Umstieg auf nachhaltigere Kraftstoffe erheblich.
  • Bedeutung für schwer elektrifizierbare Sektoren: Für Bereiche wie den Flugverkehr, die Schifffahrt oder den Schwerlasttransport, bei denen Batterien aufgrund von Gewicht und Reichweite an ihre Grenzen stoßen, stellen E-Fuels eine vielversprechende Alternative dar.

Die Contra-Seite: Hohe Kosten, Energieeffizienz und die Konkurrenz zum E-Auto

  • Sehr hoher Energieaufwand: Die Herstellung von E-Fuels ist extrem energieintensiv. Vom Strom, der zur Herstellung eingesetzt wird, kommt nur ein Bruchteil als nutzbare Energie im Fahrzeug an.
  • Hohe Produktionskosten: Aufgrund des hohen Energiebedarfs und der komplexen Prozesse sind E-Fuels derzeit noch sehr teuer. Die Kosten pro Liter liegen ein Vielfaches über denen von fossilen Kraftstoffen.
  • Geringer Wirkungsgrad: Im Vergleich zur direkten Nutzung von Strom in einem Elektroauto ist der Gesamtwirkungsgrad von der Stromerzeugung bis zum Rad bei E-Fuels deutlich geringer. Das bedeutet, es wird mehr Energie benötigt, um die gleiche Strecke zurückzulegen.
  • Kontroverse Diskussion: Die Debatte um E-Fuels wird intensiv geführt, insbesondere im Hinblick auf das geplante Verbot von Neuzulassungen von Verbrennungsmotoren ab 2035 in der EU. Kritiker argumentieren, dass die Ressourcen besser in den Ausbau der Elektromobilität fließen sollten.

Für wen lohnen sich E-Fuels wirklich? Eine realistische Einschätzung für Pkw, Lkw und Flugzeuge

Angesichts der hohen Kosten und des geringeren Wirkungsgrades im Vergleich zur Elektromobilität ist klar: E-Fuels sind aktuell keine Allzweckwaffe für den gesamten Verkehrssektor. Ihre Stärken liegen dort, wo die Elektrifizierung an ihre Grenzen stößt. Das bedeutet vor allem für den Flugverkehr und die Schifffahrt, wo die Energiedichte von flüssigen Kraftstoffen weiterhin unschlagbar ist. Auch im Schwerlasttransport könnten sie eine Rolle spielen, insbesondere dort, wo lange Strecken und schnelle Betankung entscheidend sind. Für den breiten Pkw-Markt sind sie aufgrund der hohen Kosten und der vergleichsweise geringen Effizienz im direkten Vergleich zum Elektroauto derzeit eher unwirtschaftlich. Hier wird die Elektromobilität voraussichtlich die dominierende Technologie bleiben. E-Fuels könnten jedoch eine Nischenrolle für Liebhaberfahrzeuge oder in bestimmten Übergangsphasen spielen, solange die Technologie und die Produktionskapazitäten weiter ausgebaut werden.

Häufig gestellte Fragen

Synthetische Kraftstoffe, auch E-Fuels genannt, sind künstlich hergestellte Kraftstoffe aus Wasserstoff und CO2. Sie basieren nicht auf Erdöl, sondern werden mithilfe erneuerbarer Energien produziert.

Sie werden im Power-to-Liquid-Verfahren (PtL) hergestellt. Dabei wird Wasser mittels Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff geteilt. Anschließend reagiert der Wasserstoff mit CO2 zu Kohlenwasserstoffen, die zu flüssigen Kraftstoffen raffiniert werden.

Potenziell ja. Bei der Verbrennung wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie zuvor bei der Herstellung gebunden wurde. Dies gilt nur, wenn die Produktion ausschließlich mit erneuerbaren Energien erfolgt.

Ja, E-Fuels sind chemisch Benzin und Diesel sehr ähnlich. Sie sind sogenannte "Drop-in"-Kraftstoffe und können ohne Anpassungen in den meisten bestehenden Verbrennungsmotoren genutzt werden.

Die Herstellung ist sehr energieintensiv und teuer. Der Wirkungsgrad ist deutlich geringer als bei Elektroautos, weshalb sie aktuell eher für schwer elektrifizierbare Sektoren wie Luft- und Schifffahrt gedacht sind.

Tags:

synthetische kraftstoffe
e-fuels herstellung
woraus besteht synthetischer kraftstoff
power-to-liquid prozess erklärt

Beitrag teilen

Autor Matthias Heinze
Matthias Heinze
Ich bin Matthias Heinze und bringe über 10 Jahre Erfahrung in der Automobilbranche mit. Während meiner Karriere habe ich umfassende Kenntnisse in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Marktanalysen und Trends in der Mobilität erworben. Mein Studium im Bereich Maschinenbau sowie meine zahlreichen Projekte in der Automobilindustrie haben mir die nötige Expertise verliehen, um fundierte und präzise Informationen zu liefern. Ich spezialisiere mich auf die neuesten Entwicklungen und Innovationen in der Branche, insbesondere im Hinblick auf nachhaltige Mobilität und technologische Fortschritte. Mein Ziel ist es, Leserinnen und Leser über aktuelle Trends und Herausforderungen zu informieren, damit sie fundierte Entscheidungen treffen können. Besonders wichtig ist mir, dass die Informationen, die ich bereitstelle, stets genau und vertrauenswürdig sind. Ich lege großen Wert auf sorgfältige Recherchen und eine klare, verständliche Darstellung komplexer Themen. Durch meine Beiträge auf dml24.de möchte ich dazu beitragen, das Verständnis für die Automobilbranche zu vertiefen und eine engagierte Diskussion über die Zukunft der Mobilität anzuregen.

Kommentar schreiben

Mehr anzeigen

Synthetische Kraftstoffe: Was sind E-Fuels und wie werden sie hergestellt?