, auch E-Fuels genannt, gelten als vielversprechende Option für eine klimafreundlichere Mobilität. Doch was kosten diese Kraftstoffe der Zukunft wirklich und wann werden sie für Autofahrer in Deutschland erschwinglich? Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Preise, analysiert die Kostenfaktoren und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Preisentwicklung.
Synthetischer Kraftstoff: Aktuelle Herstellungskosten liegen bei 1,58 € bis 2,29 € pro Liter.
- Die reinen Herstellungskosten für E-Fuels betragen derzeit zwischen 1,58 € und 2,29 € pro Liter. Der Endpreis an der Tankstelle ist durch Steuern und Margen höher.
- Kurzfristige Prognose (2025): Durch Beimischung könnten E-Fuels den Benzinpreis auf ca. 1,34 € 1,36 € und Diesel auf etwa 1,22 € bringen.
- Langfristig (bis 2050): Reine E-Benzinpreise könnten zwischen 1,45 € und 2,24 € pro Liter liegen, mit Potenzial für unter 2 €, wenn Produktionskosten sinken.
- Hauptkostentreiber: Hoher Energieaufwand, insbesondere der Preis für erneuerbaren Strom zur Wasserstoffgewinnung und Synthese.
- Verfügbarkeit: E-Fuels sind noch nicht flächendeckend. HVO100 ist an einigen hundert Tankstellen erhältlich, Shell GTL Fuel ebenfalls.
- Vorteile: Potenzielle CO2-Neutralität bei Nutzung erneuerbarer Energien und CO2 aus der Atmosphäre; bestehende Infrastruktur und Fahrzeugflotte können weitergenutzt werden.

Wie sich der Preis für E-Fuels zusammensetzt
Der Endpreis, den wir an der Zapfsäule für synthetische Kraftstoffe bezahlen, setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. An erster Stelle stehen dabei die reinen Herstellungskosten, die derzeit den größten Anteil ausmachen. Hinzu kommen staatliche Steuern und Abgaben, die den Preis weiter erhöhen, sowie die Gewinnmarge der Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber. Es ist wichtig zu verstehen, dass die reinen Produktionskosten nur ein Teil des Gesamtbildes sind.
Herstellungskosten: Der größte Posten auf der Rechnung
Die aktuellen reinen Herstellungskosten für E-Fuels wie E-Diesel und E-Benzin bewegen sich derzeit in einer Spanne von 1,58 € bis 2,29 € pro Liter. Diese vergleichsweise hohen Kosten sind primär auf den enormen Energieaufwand und die komplexen Produktionsprozesse zurückzuführen. Die Entwicklung hin zu einer breiteren Verfügbarkeit und damit auch zu potenziell niedrigeren Preisen hängt maßgeblich von der Effizienzsteigerung und Kostensenkung in diesen frühen Produktionsphasen ab.
Warum erneuerbarer Strom der Preistreiber Nr. 1 ist
Der entscheidende Faktor, der die Herstellungskosten von E-Fuels maßgeblich beeinflusst, ist der Preis für erneuerbaren Strom. Da E-Fuels per Definition aus erneuerbaren Energiequellen und CO2 aus der Atmosphäre hergestellt werden müssen, um klimaneutral zu sein, ist die Verfügbarkeit von günstigem Ökostrom unerlässlich. Die Gewinnung von Wasserstoff mittels Elektrolyse und die anschließende Synthese sind extrem energieintensive Prozesse. Jeder Euro, der hier eingespart wird, schlägt sich direkt auf den Literpreis des fertigen Kraftstoffs nieder.
Die Rolle von Wasserstoff-Elektrolyse und Synthese-Verfahren
Die Herstellung von E-Fuels beginnt typischerweise mit der Wasserstoff-Elektrolyse. Hierbei wird Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Dieser Prozess ist energieintensiv und erfordert große Mengen an sauberem Strom. Anschließend wird der gewonnene Wasserstoff mit CO2 in verschiedenen Synthese-Verfahren zu flüssigen oder gasförmigen Kraftstoffen umgewandelt. Beide Schritte sind technologisch anspruchsvoll und tragen erheblich zu den Gesamtkosten bei.
Skaleneffekte: Können größere Anlagen den Preis senken?
Ein wichtiger Faktor für die zukünftige Kostensenkung bei E-Fuels sind Skaleneffekte. Mit dem Bau größerer Produktionsanlagen, die im industriellen Maßstab arbeiten, sinken die spezifischen Produktionskosten pro Liter. Gepaart mit sinkenden Preisen für erneuerbaren Strom und technologischen Fortschritten in den Syntheseverfahren, sehen einige Prognosen das Potenzial, die Herstellungskosten langfristig unter die 2-Euro-Marke pro Liter zu drücken. Dies ist eine entscheidende Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit.
Steuern und Abgaben: Wie der Staat den Endpreis beeinflusst
Neben den reinen Herstellungskosten spielen staatliche Steuern und Abgaben eine wesentliche Rolle bei der Preisbildung von synthetischen Kraftstoffen. Zukünftig könnten auch auf E-Fuels die gleichen Abgaben wie auf fossile Kraftstoffe erhoben werden, was den Endpreis an der Tankstelle weiter in die Höhe treiben würde. Die genaue Ausgestaltung dieser Besteuerung ist entscheidend für die Markteinführung und Akzeptanz von E-Fuels.
Die aktuelle Energiesteuer im Vergleich zu Benzin und Diesel
Derzeit ist die steuerliche Behandlung von E-Fuels noch nicht abschließend geklärt und kann je nach spezifischem Produkt variieren. Grundsätzlich fallen auf Kraftstoffe in Deutschland die Energiesteuer und die Mehrwertsteuer an. Während für fossiles Benzin und Diesel klare Steuersätze gelten, ist die Situation bei E-Fuels im Fluss. Sollten diese zukünftig mit den gleichen Sätzen besteuert werden wie fossile Kraftstoffe, würde dies ihre preisliche Attraktivität erheblich schmälern, es sei denn, es gibt gezielte steuerliche Anreize oder Ausnahmen.
CO2-Bepreisung: Chance oder Risiko für den E-Fuel-Preis?
Die steigende CO2-Bepreisung für fossile Kraftstoffe stellt eine interessante Dynamik für E-Fuels dar. Während fossile Kraftstoffe durch die CO2-Abgabe teurer werden, sind E-Fuels bei ihrer Herstellung aus erneuerbaren Energien und CO2 aus der Atmosphäre potenziell CO2-neutral. Dies bedeutet, dass die Preisdifferenz zwischen fossilen und synthetischen Kraftstoffen in den kommenden Jahren voraussichtlich schrumpfen wird. Diese Entwicklung könnte E-Fuels zu einer attraktiveren Alternative machen.

Preisprognose: Was kosten E-Fuels in den nächsten Jahren?
Die Preisentwicklung von synthetischen Kraftstoffen ist ein komplexes Zusammenspiel aus technologischen Fortschritten, politischen Rahmenbedingungen und der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien. Aktuelle Prognosen zeichnen ein Bild, das von einem allmählichen Sinken der Kosten ausgeht, jedoch auch die Herausforderungen der Skalierung und Infrastruktur aufzeigt.
Kurzfristige Erwartungen: Wird Tanken mit E-Fuels bald bezahlbar?
Für das Jahr 2025 gibt es Prognosen, die auf eine Beimischung von E-Fuels zu herkömmlichen Kraftstoffen abzielen. In diesem Szenario könnten die Preise an der Zapfsäule für Benzin bei etwa 1,34 € bis 1,36 € pro Liter und für Diesel bei rund 1,22 € pro Liter liegen. Dies wäre eine deutliche Annäherung an die Preise für fossile Kraftstoffe, auch wenn es sich noch nicht um reine E-Fuels handelt.
Langfristige Szenarien: Wann könnten E-Fuels mit Benzin konkurrieren?
Bis zum Jahr 2050 sehen langfristige Preisprognosen für reines E-Benzin eine Spanne von 1,45 € bis 2,24 € pro Liter vor. Das Potenzial, die Preise auf unter 2 € pro Liter zu drücken, besteht, wenn die Produktionskosten für erneuerbaren Strom weiter sinken und die Produktionsanlagen signifikant skaliert werden. Die tatsächliche Konkurrenzfähigkeit mit fossilen Kraftstoffen hängt stark von diesen Entwicklungen und der zukünftigen CO2-Bepreisung ab.
Der Einfluss der Politik: Wie Gesetze und Förderungen den Preis formen
Die Rolle der Politik ist für den Markthochlauf und die Preisentwicklung von E-Fuels entscheidend. Gesetze, die eine Beimischungsquote vorschreiben, steuerliche Anreize oder direkte Förderungen für die Produktion und den Absatz können die Kosten erheblich beeinflussen. Ohne unterstützende politische Rahmenbedingungen wird es für E-Fuels schwierig sein, sich gegen etablierte und günstigere fossile Kraftstoffe durchzusetzen.
E-Fuels im Vergleich: Teurer als fossiler Sprit oder Strom?
Um die Kosten von synthetischen Kraftstoffen richtig einordnen zu können, ist ein direkter Vergleich mit anderen Mobilitätsoptionen unerlässlich. Sowohl im Vergleich zu herkömmlichem Benzin und Diesel als auch im Vergleich zu Elektrofahrzeugen zeigen sich deutliche Unterschiede in den Kosten und der Effizienz.
E-Fuel vs. Super E10 und Diesel: Ein direkter Preischeck an der Zapfsäule
Derzeit sind die Herstellungskosten für synthetische Kraftstoffe mit 1,58 € bis 2,29 € pro Liter noch deutlich höher als die Endpreise für Super E10 und Diesel an der Zapfsäule. Allerdings wird die steigende CO2-Bepreisung für fossile Kraftstoffe diese Lücke in den kommenden Jahren voraussichtlich verringern. Es ist abzuwarten, wie sich die steuerliche Behandlung von E-Fuels entwickeln wird, da dies den Endpreis maßgeblich beeinflusst.
Analyse der Gesamtkosten: Was ist auf lange Sicht günstiger für Autofahrer?
Auf lange Sicht hängt die Wirtschaftlichkeit von E-Fuels für Autofahrer von mehreren Faktoren ab. Neben den Kraftstoffkosten selbst spielen die Anschaffungspreise für Fahrzeuge, die E-Fuels nutzen können (oftmals bestehende Verbrenner), sowie deren Wartungskosten eine Rolle. Wenn die Produktionskosten für E-Fuels durch Skaleneffekte und sinkende Strompreise weiter sinken und die CO2-Bepreisung für fossile Kraftstoffe steigt, könnten E-Fuels eine langfristig wettbewerbsfähige Alternative darstellen.
Der Vergleich mit dem E-Auto: Energiekosten pro 100 Kilometer gegenübergestellt
Wenn man die Energiekosten pro 100 Kilometer betrachtet, schneiden E-Fuels im Vergleich zu Elektrofahrzeugen deutlich schlechter ab. Der Gesamtwirkungsgrad von der Stromerzeugung über die E-Fuel-Produktion bis hin zum Antrieb im Fahrzeug ist wesentlich geringer als bei einem Elektroauto, das den Strom direkt nutzt. Dies führt zu einem deutlich höheren Energieverbrauch und damit auch zu höheren Energiekosten pro gefahrener Strecke für E-Fuel-betriebene Fahrzeuge, selbst wenn die Herstellung des E-Fuels CO2-neutral erfolgt.

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Wo Sie E-Fuels in Deutschland schon tanken können
Die Verfügbarkeit von synthetischen Kraftstoffen an deutschen Tankstellen ist derzeit noch stark eingeschränkt. Die Produktionsmengen sind gering und reichen bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Dennoch gibt es bereits einige Alternativen, die als Vorreiter für die E-Fuel-Technologie gelten.
HVO100 und Co. : Welche Alternativen gibt es bereits flächendeckend?
Eine der bereits verfügbaren Alternativen ist HVO100 (hydriertes Pflanzenöl). Dieser paraffinische Dieselkraftstoff, der oft zur Kategorie der synthetischen Kraftstoffe gezählt wird, ist bereits an einigen hundert Tankstellen in Deutschland erhältlich. Die tagesaktuellen Preise für HVO100 können über Verbraucherportale wie Clevertanken abgerufen werden. Auch Shell bietet mit GTL Fuel einen synthetischen Kraftstoff an, der in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar ist.
Ein Blick in die Zukunft: Wann werden E-Fuels an jeder Tankstelle verfügbar sein?
Die flächendeckende Verfügbarkeit von E-Fuels an jeder Tankstelle ist eine Frage der Zeit und hängt stark vom Markthochlauf, politischer Unterstützung und dem Ausbau der Produktionskapazitäten ab. Einige Schätzungen gehen davon aus, dass E-Fuels fossile Kraftstoffe in 15 bis 20 Jahren ersetzen könnten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Dies erfordert jedoch erhebliche Investitionen in Produktionsanlagen und die Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit erneuerbarem Strom.
