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Matthias Heinze

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20. September 2025

Winterreifen Profiltiefe: Gesetz & Experten-Tipps für Ihre Sicherheit

Winterreifen Profiltiefe: Gesetz & Experten-Tipps für Ihre Sicherheit

Inhaltsverzeichnis

Die kalte Jahreszeit bringt besondere Herausforderungen für Autofahrer mit sich. Glatte Straßen, Schnee und Eis erfordern nicht nur angepasste Fahrweise, sondern auch die richtige Ausrüstung. Ein entscheidender Faktor für Ihre Sicherheit und die Einhaltung der Gesetze ist die Profiltiefe Ihrer Winterreifen. In diesem Artikel beleuchten wir, warum die Profiltiefe so wichtig ist, welche Vorschriften gelten und wie Sie diese einfach überprüfen können.

  • Die gesetzliche Mindestprofiltiefe in Deutschland beträgt 1,6 mm für Winterreifen.
  • Experten wie der ADAC empfehlen für Winterreifen eine Profiltiefe von mindestens 4 mm für optimale Sicherheit.
  • Bei zu geringer Profiltiefe drohen Bußgelder ab 60 € und ein Punkt in Flensburg.
  • Der Versicherungsschutz kann bei einem Unfall mit weniger als 4 mm Profiltiefe eingeschränkt sein.
  • Die Profiltiefe kann präzise mit einem Profiltiefenmesser oder schnell mit dem 1-Euro- oder 2-Euro-Münz-Test geprüft werden.
  • Neue Winterreifen haben typischerweise eine Profiltiefe von 8 bis 9 mm.

Die Bedeutung der Profiltiefe für Ihre Sicherheit im Winter

Das Reifenprofil ist weit mehr als nur ein optisches Merkmal. Es ist das entscheidende Element, das für den Kontakt Ihrer Reifen mit der Fahrbahn sorgt, insbesondere unter schwierigen winterlichen Bedingungen. Die tiefen Rillen und Lamellen im Profil sind dafür verantwortlich, Wasser, Schnee und Schneematsch effektiv abzuleiten. Nur so kann ein ausreichender Grip aufgebaut und ein sicheres Fahrverhalten gewährleistet werden. Bei Schnee und Eis sind diese Eigenschaften unerlässlich, um das Fahrzeug unter Kontrolle zu behalten.

Bremsweg, Grip und Aquaplaning: Der direkte Zusammenhang zwischen Profiltiefe und Unfallrisiko

Mit abnehmender Profiltiefe verringert sich die Fähigkeit des Reifens, Wasser und Schneematsch effektiv abzuleiten. Dies hat gravierende Folgen: Der Bremsweg verlängert sich auf nasser und schneebedeckter Fahrbahn dramatisch. Die kleinen Einschnitte im Profil, die sogenannten Lamellen, die für die Verzahnung mit Schnee sorgen, verlieren ihre Wirksamkeit. Zudem steigt das Risiko für Aquaplaning, oder genauer gesagt, für Slushplaning bei winterlichen Bedingungen. Wenn sich eine Schicht aus Wasser und Schnee zwischen Reifen und Fahrbahn bildet, verlieren Sie den Kontakt zur Straße, was unkontrollierbares Rutschen zur Folge hat. Je geringer die Profiltiefe, desto höher das Unfallrisiko.

Winterreifen Profiltiefe Vergleich neu alt

Gesetzliche Vorgaben und Expertenempfehlungen zur Profiltiefe

Die gesetzliche Untergrenze: Was der Gesetzgeber mit 1,6 mm vorschreibt

In Deutschland schreibt der Gesetzgeber eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern für alle Reifen vor, unabhängig davon, ob es sich um Sommer- oder Winterreifen handelt. Dies ist in § 36 Abs. 2 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) festgelegt. Diese Grenze stellt jedoch die absolute absolute Untergrenze für die Verkehrssicherheit dar. Juristisch gesehen ist ein Reifen mit 1,6 mm Profiltiefe noch zulässig, aber aus sicherheitstechnischer Sicht ist er bereits stark beeinträchtigt.

Die 4-mm-Empfehlung: Warum ADAC, TÜV & Co. deutlich mehr fordern

Unabhängig von der gesetzlichen Mindestprofiltiefe sprechen sich führende Automobilclubs und Prüforganisationen wie der ADAC, ACE und TÜV klar für eine höhere Mindestprofiltiefe bei Winterreifen aus. Sie empfehlen eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimetern. Der Grund dafür ist einfach: Unterhalb dieser Marke lassen die spezifischen Wintereigenschaften von Reifen wie der Grip auf Schnee und der Schutz vor Schneematsch-Aquaplaning deutlich nach. Für eine wirklich sichere Fahrt im Winter ist eine Profiltiefe von 4 mm daher die deutlich empfehlenswertere Grenze.

Profiltiefe richtig messen: Einfache Anleitungen

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Der Einsatz eines Profiltiefenmessers

  1. Besorgen Sie sich einen Profiltiefenmesser. Dies kann ein einfaches, analoges Gerät, ein digitales Messgerät oder sogar eine spezielle Messschieber-App auf Ihrem Smartphone sein.
  2. Suchen Sie die tiefste Stelle der Hauptprofilrillen an Ihrem Reifen. Messen Sie an mehreren Stellen rund um den Umfang des Reifens und auch an verschiedenen Reifen Ihres Fahrzeugs.
  3. Setzen Sie den Messstift des Profiltiefenmessers senkrecht auf die Bodenplatte (oder die entsprechende Referenzfläche) und führen Sie ihn in die tiefste Stelle einer Hauptprofilrille ein.
  4. Lesen Sie den Messwert ab. Bei digitalen Geräten wird der Wert direkt angezeigt, bei analogen Geräten müssen Sie die Skala ablesen.
  5. Notieren Sie sich die Werte und vergleichen Sie sie mit den empfohlenen Mindesttiefen.

Der schnelle Check für unterwegs: Der 1-Euro- und 2-Euro-Münz-Trick erklärt

Wenn Sie gerade keinen Profiltiefenmesser zur Hand haben, gibt es einfache Tricks, um die Profiltiefe schnell abzuschätzen. Beim 1-Euro-Münz-Test stecken Sie die Münze mit dem goldenen Rand voran in eine der Hauptprofilrillen. Ist der goldene Rand (der etwa 3 mm breit ist) nicht mehr vollständig vom Profil verdeckt, ist die Tiefe bereits kritisch. Mit der neueren 2-Euro-Münze (seit 2021) wird es noch präziser: Stecken Sie diese Münze mit dem silbernen Rand (der exakt 4 mm breit ist) in die Rille. Wenn der silberne Rand komplett verschwindet, haben Sie noch mindestens 4 mm Profiltiefe. Ist er sichtbar, sollten Sie über neue Reifen nachdenken.

Versteckte Helfer im Profil: So lesen Sie die Verschleißindikatoren (TWI) richtig

Reifenhersteller versehen ihre Produkte mit sogenannten Tread Wear Indicators (TWI). Das sind kleine, quer zur Laufrichtung angeordnete Stege, die sich in den Hauptprofilrillen befinden. Wenn das Profil bis auf Höhe dieser Stege abgefahren ist, erreichen Sie die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Viele Winterreifen verfügen jedoch über zusätzliche, oft als "Winter-TWI" bezeichnete Indikatoren. Diese werden bereits bei einer Restprofiltiefe von 4 mm sichtbar und signalisieren, dass die Wintertauglichkeit des Reifens stark nachlässt.

Profiltiefenmesser und 2 Euro Münze

Folgen bei zu geringer Profiltiefe: Bußgelder und Versicherungsschutz

Punkte, Bußgelder, Halterhaftung: Der aktuelle Bußgeldkatalog im Detail

  • Fahrer: Bei einer Kontrolle mit abgefahrenen Reifen droht ein Bußgeld von 60 € und ein Punkt in Flensburg.
  • Fahrer bei Gefährdung: Wenn durch die abgefahrenen Reifen eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer verursacht wird, erhöht sich das Bußgeld auf 75 € und es gibt ebenfalls einen Punkt.
  • Fahrzeughalter: Lässt der Fahrzeughalter zu, dass sein Fahrzeug mit unzulureichender Profiltiefe bewegt wird, muss er mit einem Bußgeld von 75 € und einem Punkt rechnen.

Grobe Fahrlässigkeit: Wann Ihre Kaskoversicherung im Schadensfall nicht mehr zahlt

Die Konsequenzen bei abgefahrenen Reifen beschränken sich nicht nur auf Bußgelder. Im Falle eines Unfalls kann es auch Ihren Versicherungsschutz erheblich beeinträchtigen. Liegt die Profiltiefe Ihrer Reifen unter der von Experten empfohlenen Grenze von 4 mm, kann die Kaskoversicherung die Leistung im Schadensfall wegen grober Fahrlässigkeit kürzen. Unterschreiten die Reifen sogar die gesetzliche Mindestgrenze von 1,6 mm, ist der Versicherungsschutz massiv gefährdet, und die Versicherung kann sich im schlimmsten Fall komplett weigern, für den Schaden aufzukommen.

Die Gefahr bei der Hauptuntersuchung: Warum abgefahrene Reifen ein erheblicher Mangel sind

Auch bei der regelmäßigen Hauptuntersuchung (HU), umgangssprachlich auch TÜV genannt, sind abgefahrene Reifen ein absolutes No-Go. Sie werden hierbei als erheblicher Mangel eingestuft. Das bedeutet, dass Ihr Fahrzeug die HU nicht bestehen wird, solange die Reifen nicht die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe aufweisen. Dies führt unweigerlich zu einer Nachuntersuchung und zusätzlichen Kosten.

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Der Lebenszyklus von Winterreifen: Von Neureifen bis zum Wechsel

Wie viel Profil hat ein neuer Winterreifen und warum?

Ein fabrikneuer Winterreifen ist in der Regel mit einer Profiltiefe von 8 bis 9 Millimetern ausgestattet. Diese großzügige Profiltiefe ist kein Zufall. Sie gewährleistet maximale Sicherheit und optimale Performance in den ersten Betriebsjahren des Reifens und sorgt dafür, dass die spezifischen Eigenschaften eines Winterreifens wie der Grip auf Schnee und Eis sowie die Wasser- und Schneematschableitung über einen langen Zeitraum erhalten bleiben.

Wann ist der perfekte Zeitpunkt für den Kauf neuer Winterreifen?

Basierend auf den Empfehlungen von Experten und der Notwendigkeit, die Wintertauglichkeit zu gewährleisten, sollten Sie über den Kauf neuer Winterreifen nachdenken, sobald die Profiltiefe die 4-mm-Grenze erreicht oder unterschreitet. Auch wenn die gesetzliche Grenze noch nicht erreicht ist, sind die winterrelevanten Eigenschaften bei unter 4 mm Profiltiefe bereits stark eingeschränkt. Ein rechtzeitiger Kauf stellt sicher, dass Sie auch in der kommenden Wintersaison stets sicher und gesetzeskonform unterwegs sind.

Häufig gestellte Fragen

Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für alle Reifen, einschließlich Winterreifen, beträgt in Deutschland 1,6 mm gemäß § 36 Abs. 2 StVZO.

Experten wie der ADAC empfehlen für Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von 4 mm. Darunter lassen die winterlichen Fahreigenschaften deutlich nach.

Sie können die Profiltiefe mit einem Profiltiefenmesser messen oder den Münz-Trick nutzen: Bei der 2-Euro-Münze darf der silberne Rand (4 mm) nicht mehr sichtbar sein.

Bei einer Kontrolle drohen 60 € Bußgeld und ein Punkt. Bei Gefährdung sind es 75 € und ein Punkt. Fahrzeughalter zahlen ebenfalls 75 € und erhalten einen Punkt.

Ja, bei unter 4 mm Profiltiefe kann die Versicherung die Leistung wegen grober Fahrlässigkeit kürzen. Unter 1,6 mm ist der Schutz massiv gefährdet.

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Autor Matthias Heinze
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Ich bin Matthias Heinze und bringe über 10 Jahre Erfahrung in der Automobilbranche mit. Während meiner Karriere habe ich umfassende Kenntnisse in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Marktanalysen und Trends in der Mobilität erworben. Mein Studium im Bereich Maschinenbau sowie meine zahlreichen Projekte in der Automobilindustrie haben mir die nötige Expertise verliehen, um fundierte und präzise Informationen zu liefern. Ich spezialisiere mich auf die neuesten Entwicklungen und Innovationen in der Branche, insbesondere im Hinblick auf nachhaltige Mobilität und technologische Fortschritte. Mein Ziel ist es, Leserinnen und Leser über aktuelle Trends und Herausforderungen zu informieren, damit sie fundierte Entscheidungen treffen können. Besonders wichtig ist mir, dass die Informationen, die ich bereitstelle, stets genau und vertrauenswürdig sind. Ich lege großen Wert auf sorgfältige Recherchen und eine klare, verständliche Darstellung komplexer Themen. Durch meine Beiträge auf dml24.de möchte ich dazu beitragen, das Verständnis für die Automobilbranche zu vertiefen und eine engagierte Diskussion über die Zukunft der Mobilität anzuregen.

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