Unsicherheit an der Zapfsäule kann schnell zu kostspieligen Fehlern führen. Doch keine Sorge, den richtigen Kraftstoff für Ihr Fahrzeug zu finden, ist einfacher als Sie denken. Dieser Artikel bietet Ihnen eine schnelle, direkte und verlässliche Anleitung, um genau das herauszufinden, was Sie wissen müssen, bevor Sie zur Kasse gehen.
Den richtigen Kraftstoff für Ihr Auto finden so geht's schnell und sicher
- Prüfen Sie zuerst die Innenseite des Tankdeckels; hier finden Sie die wichtigsten Informationen und Symbole.
- Die offizielle Angabe zur Kraftstoffart steht im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) unter Feld P.3.
- Für detaillierte Informationen zu Kraftstoffanforderungen und E10-Verträglichkeit konsultieren Sie die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs.
- Achten Sie auf die EU-weit einheitlichen Symbole an Zapfsäule und Tankdeckel: Kreis für Benzin (E5, E10), Quadrat für Diesel (B7, B10, XTL).
- Bei einer Falschbetankung gilt die goldene Regel: Starten Sie den Motor auf keinen Fall, sondern rufen Sie sofort Hilfe.
Den richtigen Kraftstoff finden: So geht's schnell und sicher

Der schnellste Weg: Ein Blick in den Tankdeckel
Die Innenseite Ihres Tankdeckels ist oft die direkteste und wichtigste Informationsquelle. Hier finden Sie in der Regel Aufkleber oder Prägungen, die Ihnen genau sagen, welche Kraftstoffsorten der Hersteller für Ihr Fahrzeug empfiehlt oder vorschreibt. Achten Sie auf die europaweit einheitlichen Symbole: Ein Kreis steht für Benzin, ein Quadrat für Diesel. Oft sind dort auch die spezifischen Bezeichnungen wie E5 oder E10 für Benzin und B7 oder B10 für Diesel vermerkt.
Diese Angaben sind entscheidend, um Verwechslungen zu vermeiden und sicherzustellen, dass Sie den korrekten Kraftstoff einfüllen. Es ist die erste Anlaufstelle, die Sie prüfen sollten, wenn Sie unsicher sind.
Die offizielle Quelle: Was im Fahrzeugschein (Feld P. 3) steht
Eine weitere, rechtlich verbindliche Quelle für die korrekte Kraftstoffart Ihres Fahrzeugs ist die Zulassungsbescheinigung Teil I, besser bekannt als Fahrzeugschein. Unter dem Feld P.3 ist die offizielle Bezeichnung des Kraftstoffs vermerkt, für den Ihr Fahrzeug ausgelegt ist. Diese Angabe dient als offizieller Nachweis und ist besonders dann wichtig, wenn Sie beispielsweise bei einer Kontrolle oder im Ausland nachweisen müssen, welchen Kraftstoff Sie verwenden dürfen.
Für den Detail-Check: Die Betriebsanleitung Ihres Autos
Wenn Sie ganz sichergehen wollen oder spezifische Fragen haben, ist die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs die umfassendste Informationsquelle. Hier finden Sie nicht nur die grundlegenden Angaben zur Kraftstoffart, sondern auch detaillierte Informationen zur Mindestoktanzahl für Benziner, zur Verträglichkeit mit Biokraftstoffen wie E10 und möglicherweise auch Hinweise zu speziellen Kraftstoffen oder Additiven. Ich persönlich schaue immer gerne in die Anleitung, wenn ich ein neues Fahrzeug habe das gibt mir die nötige Sicherheit.
Benzin, Diesel, E10: Die gängigsten Kraftstoffarten einfach erklärt
Benziner: Was ist der Unterschied zwischen Super E5, Super E10 und Super Plus?
Bei Benzinern gibt es einige Unterschiede, die wichtig zu kennen sind:
- Super E5: Dies ist der klassische Kraftstoff, der bis zu 5 % Bioethanol enthalten darf. Er ist für die meisten Benzinfahrzeuge bestens geeignet.
- Super E10: Dieser Kraftstoff darf bis zu 10 % Bioethanol enthalten. Seit 2011 ist E10 in Deutschland verfügbar und wird von etwa 90 % der Benzinfahrzeuge vertragen. Oft ist er etwas günstiger als E5 und stellt für moderne Motoren meist kein Problem dar.
- Super Plus: Mit einer höheren Oktanzahl (meist 98, 100 oder 102 Oktan) ist Super Plus für leistungsstarke Motoren gedacht, die eine höhere Klopffestigkeit benötigen. Auch hier ist der Bioethanol-Anteil auf bis zu 5 % begrenzt (E5).
Diesel-Fahrer aufgepasst: B7, B10 und der neue HVO/XTL-Kraftstoff
Auch im Dieselbereich gibt es Entwicklungen:
- B7: Das ist der Standard-Dieselkraftstoff, den Sie an den meisten Zapfsäulen finden. Er enthält bis zu 7 % Biodiesel.
- B10: Dieser Dieselkraftstoff kann bis zu 10 % Biodiesel enthalten und ist für Fahrzeuge gedacht, die dafür freigegeben sind.
- XTL / HVO: Dies sind neuere, synthetische Dieselkraftstoffe, die aus pflanzlichen Ölen (HVO Hydrierte Pflanzenöle) oder anderen Prozessen (XTL X-to-Liquid) hergestellt werden. Seit 2024 sind sie in Reinform (z.B. HVO100) an deutschen Tankstellen zugelassen und sollen zur Reduktion von CO₂-Emissionen beitragen. Wichtig: Für die Nutzung von XTL/HVO ist immer eine explizite Herstellerfreigabe zwingend erforderlich! Ohne diese Freigabe sollten Sie diesen Kraftstoff nicht verwenden.

Die EU-Symbole an Zapfsäule und Tankdeckel entschlüsselt (Kreis, Quadrat, Raute)
Seit 2018 gibt es EU-weit einheitliche Kennzeichnungen, die das Tanken erleichtern und Verwechslungen vermeiden sollen. Diese Symbole finden Sie sowohl an der Zapfsäule als auch am Tankdeckel Ihres Fahrzeugs:
- Kreis: Kennzeichnet Benzin-Kraftstoffe. Die Buchstaben darin geben den Bioethanol-Anteil an, z.B. E5 (bis 5 %) oder E10 (bis 10 %).
- Quadrat: Kennzeichnet Diesel-Kraftstoffe. Die Buchstaben darin geben den Biodiesel-Anteil an, z.B. B7 (bis 7 %), B10 (bis 10 %) oder XTL für synthetische Dieselkraftstoffe.
- Raute: Kennzeichnet gasförmige Kraftstoffe wie LPG (Flüssiggas), CNG (Erdgas) oder H2 (Wasserstoff).
Diese Symbole sind eine schnelle und einfache Orientierungshilfe, besonders wenn Sie im Ausland unterwegs sind.
Falsch getankt: Der Albtraum jedes Autofahrers
Warum Benzin im Dieselmotor sofort zu kapitalen Schäden führt
Das ist der absolute Albtraum für jeden Diesel-Fahrer: Benzin statt Diesel zu tanken. Der Grund ist einfach und gravierend: Diesel fungiert nicht nur als Kraftstoff, sondern auch als Schmiermittel für das gesamte Einspritzsystem. Benzin hat diese schmierende Eigenschaft nicht. Schon geringe Mengen Benzin im Dieseltank können dazu führen, dass die Hochdruckpumpe und die Einspritzdüsen trocken laufen und massiv beschädigt werden. Die Reparaturkosten können hier schnell in die Tausende gehen. Daher gilt: Wenn Sie Benzin in einen Diesel getankt haben, starten Sie auf keinen Fall den Motor!
Diesel im Benziner: Weniger häufig, aber dennoch gefährlich
Dieser Fehler passiert seltener, da die Diesel-Zapfpistole meist zu groß ist, um in den Einfüllstutzen eines Benziners zu passen. Sollte es Ihnen aber doch passieren, ist das ebenfalls problematisch. Diesel im Benzintank kann zu einer unvollständigen Verbrennung führen und den Katalysator sowie die Lambdasonde verunreinigen oder beschädigen. Auch hier gilt die gleiche Regel wie beim Benzin im Diesel: Motor nicht starten.
Die goldene Regel: Motor auf keinen Fall starten! Was jetzt zu tun ist
Wenn Sie bemerken, dass Sie falsch getankt haben, ist schnelles und korrektes Handeln entscheidend, um größere Schäden zu vermeiden. Die wichtigste Regel lautet: Starten Sie den Motor auf keinen Fall! Selbst das kurze Drehen des Schlüssels zum Vorheizen kann bereits ausreichen, um das Problem zu verschlimmern.
- Zündung aus: Sobald Sie den Fehler bemerken, schalten Sie die Zündung sofort aus.
- Hilfe rufen: Kontaktieren Sie umgehend einen Pannendienst (z.B. ADAC, ACE) oder Ihre Werkstatt.
- Fahrzeug abschleppen lassen: Lassen Sie das Fahrzeug zu einer Werkstatt abschleppen.
- Tank professionell auspumpen: In der Werkstatt wird der Tank fachgerecht geleert und gereinigt. Erst danach sollten Sie wieder korrekt betanken.
Diese Schritte sind unerlässlich, um Folgeschäden zu minimieren.
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Häufige Fragen und Mythen rund ums Tanken
Verträgt mein Auto E10? So finden Sie es sicher heraus
Die Frage nach der E10-Verträglichkeit beschäftigt viele Autofahrer. Die sicherste Methode, dies herauszufinden, ist ein Blick in die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. Viele Hersteller bieten auch Online-Tools an, bei denen Sie anhand Ihrer Fahrzeugdaten prüfen können, ob E10 für Ihr Modell geeignet ist. Die Verwendung von E10 in einem nicht freigegebenen Fahrzeug kann zu Schäden an Dichtungen, Kraftstoffleitungen oder Korrosion an Aluminiumteilen führen. Es ist also ratsam, hier auf Nummer sicher zu gehen.
Kann ich zwischen Super und Super Plus wechseln?
Generell können die meisten modernen Benziner, die für Super E5 ausgelegt sind, problemlos auch Super Plus tanken. Ein Vorteil ist jedoch in der Regel nicht zu erwarten, es sei denn, Ihr Fahrzeug ist explizit auf höheroktanigen Kraftstoff ausgelegt. Umgekehrt sollten Sie, wenn Ihr Fahrzeug Super Plus benötigt, nicht dauerhaft Super E5 tanken. Dies kann zu Leistungseinbußen, erhöhtem Verbrauch und im schlimmsten Fall zu Motorschäden führen. Für eine absolute Notfallsituation mag es kurzfristig gehen, aber eine dauerhafte Umstellung ist nicht ratsam.
Was bedeutet der kleine Pfeil neben der Tankanzeige wirklich?
Das ist eine praktische kleine Hilfe, die viele Fahrer übersehen! Der kleine Pfeil, der neben dem Zapfsäulensymbol in Ihrer Tankanzeige zu sehen ist, zeigt Ihnen an, auf welcher Seite des Fahrzeugs sich der Tankdeckel befindet. Das ist besonders nützlich, wenn Sie in einem fremden Auto sitzen oder sich nicht sicher sind, auf welcher Seite Sie an der Zapfsäule halten müssen. Ein kleines Detail mit großer Wirkung, wie ich finde!
